Mittwoch, 31. Dezember 2014

Wie ich meine Wohnung verkaufen wollte und (als Autor) reich und berühmt wurde

Neue Strategien für Self Publishing Autoren



http://www.chiemgauseiten.de/traunstein/immobilien/
Meine superschöne Dachgeschosswohnung im idyllischen Ettendorf steht zum Verkauf. Um zu beweisen, dass man auch ohne Makler eine Wohnung schnell verkaufen kann, bat ich meine Facebook Freunde, den Link auf das Verkaufsangebot auf meiner Homepage zu teilen. 
Erwartet habe ich mir nicht viel davon. Schon öfter rief ich dazu auf, meine hochkulturellen Beiträge und vor allem, mein Buch auf Facebook zu teilen. Aber der Roman und meine Homepage, die Chiemgauseiten, dümpeln seit Monaten unbemerkt vor sich hin und sehr, sehr selten wird auf Facebook mal was geteilt.
Hundert Klicks habe ich mir erwartet.
Aber irgendwas ist diesmal anders. Die hundert Klicks sind nach wenigen Minuten erreicht.
Das Internet dreht vollkommen durch. Über zwanzig Freunde teilen meinen Aufruf. Halb Bayern klickt auf meine Anzeige und schaut sozusagen bei mir zu Hause im Wohnzimmer vorbei. Über tausend Leute sind ganz wild darauf, meine Wohnung, zwar nicht zu kaufen, aber wenigstens mal hinein zu spähen, wie der Typ so wohnt...
Nur kurz bin ich enttäuscht, dass kein ernsthafter Interessent dabei ist. Dann begreife ich, dass ich das genialste Marketinginstrument aller Zeiten entdeckt habe: Die ersten fangen nämlich an, auch den Rest der Chiemgauseiten anzuschauen. Aha, ein Elterntagebuch. Das ist ja lustig! Die Geschichte des SV Kirchanschöring - wie interessant! Oh, einen Roman hat er auch geschrieben, die Kleinstadtrebellen. Den kauf ich mir dann mal gleich. Und vom Schreiben kann man sich so eine geile Wohnung leisten?
Ich beschließe, zukünftig immer Immobilieninserate aufzugeben, wenn ich Menschen auf meine Homepage locken will: Alle Welt stürzt sich auf Immobilie, klar, die nächste Eurokrise naht und Geld ist billig wie nie. Wenn auch nur jeder Zehnte auf den Rest meiner Homepage klickt, bin ich berühmt!
Ich werde Tausende Bücher verkaufen und allein von den Werbeeinnahmen meiner Homepage leben können! Die Menschen werden über Immoscout24 auf meine Chiemgauseiten gelockt und werden ganz verliebt in meine Texte sein! Und ein Verlag wird mir so viel Kohle anbieten, dass ich die Wohnung gar nicht mehr verkaufen brauche, sondern an reiche Sommerfrischler vermiete! 
Und während ich noch so vor mich hin träume, blinkt mein Posteingang: Die Lösung aller Probleme hat mir eine Email geschrieben! Kapitän Julius Gage ist über Immoscout auf mich aufmerksam geworden. Er schreibt mir, dass er mit den Nato-Truppen im Irak und in Kabul gegen den Terrorismus gekämpft hat. In Kabul hat er Geld im Wert von 10,2 Millionen Dollar erbeutet, das er nun irgendwie wiederzubeschaffen versucht. Dazu braucht er allerdings Hilfe. Wenn ich ihn finanziell unterstütze, bekomme ich sagenhafte 20% seiner Kriegsbeute. Wow, das sind ja über 2 Millionen Dollar! Ich schreibe Kapitän Julius Gage sofort eine Mail und schicke ihm meine Kontodaten und hoffe, dass ich die zwei Millionen bald überwiesen bekomme. Was bin ich doch für ein Glückspilz! Und alles nur, weil ich gerade meine Wohnung verkaufe…

Montag, 15. Dezember 2014

Lesen ist nicht gleich Lesen: Plädoyer für Slow Food Literatur

Lesen ist nicht gleich Lesen

Shelfie eines Slow Food Literatur Liebhabers
Lesen ist nicht gleich Lesen und Bücher sind nicht gleich Bücher. Mit dem Prinzip des Lesens und der Zukunft der Bücher befasste sich letztens ein Artikel im Spiegel. 
Einige der Informationen zum Lesen sind es wert, sich weitere Gedanken zu machen. 
Junge Menschen lesen heute so viel wie nie zuvor, so eine Aussage des Artikels. Jeder Buchhändler wird sich diesbezüglich am Kopf kratzen. Des Rätsels Lösung: Die Texte, die die Jugendlichen lesen, befinden sich fast ausschließlich auf Bildschirmen. So wie auch dieser hier. Whatsapp- Mitteilungen, Mails, SMS, Facebook- Posts, Blog- Beiträge und Nachrichten. Ständig, eigentlich den ganzen Tag wird heutzutage gelesen. Aber ist dieses Lesen eigentlich lesen, oder nicht einfach ungesundes konsumieren?
Da diese zu konsumierenden Texte kurz sein müssen und nicht anstrengen dürfen, muss ich mich an dieser Stelle leider vom jungen Durchschnittsleser verabschieden. Wenn er überhaupt so weit gekommen ist. 
Wenn Du an dieser Stelle noch dabei bist, gehörst Du wohl zum "Anstrengungsleser", also zu den Lesern, die nicht nur zur Zerstreuung und zur raschen Information lesen, sondern die sich mit Texten auseinandersetzen, den Horizont erweitern wollen, die Texte in die Tiefe lesen. 
Wie langweilig!
In der Zukunft, so der Artikel, werden nur noch einfach zu konsumierende Texte mit kurzen Sätzen und schlichtem, gemeinverständlichem Inhalt gelesen. So, was ist jetzt langweiliger?
Geht man in die Leseforen, findet man dort Hunderte "Buchjunkies" und "Büchersüchtige". Sie alle lesen Bücher. Eigentlich eine positive Botschaft. 
Sieht man genauer hin, verschlingen diese Junkies Bücher wie Junkfood. Sie konsumieren Bücher, die gemeinsam haben: Sie sind spannend, unterhaltsam und man kann sie verschlingen, ohne nachdenken zu müssen. Sie haben, um beim Junkfood zu bleiben, keinen Nährwert. 

Lest mehr Slow Food Literatur!


Die Vielleserei ist für Leseanfänger ein Segen. Für fortgeschrittene, ältere Leser, die nie die Freude erlernen, sich auch in tiefe Literatur hineinzudenken, baut sich eine Barriere auf, die ihren Horizont von einer bereichernden anderen Welt abschneidet. 
Die Lesesüchtigen fühlen sich als Leser, haben aber in vielen Fällen noch nie ein Buch im eigentlichen Sinne gelesen. Ausnahme natürlich die Schullektüre, die viele  Schüler, da nehme ich mich nicht aus, prinzipiell anstrengend und sowieso doof finden. 
Dies ist ein Aufruf zum "Slow Food Lesen"!
Lest Bücher, die Euch zu Gedanken gelangen lassen, die autonom, transformativ und letztendlich unabhängig vom gelesenen Buch sind. Lest Bücher, die Euch zwingen, Fremdwörterbücher und Wikipedia aufzuschlagen!
Lest Bücher, die anstrengend sind! Wer zu viel Fastfood konsumiert, muss seinen Körper trainieren, um gesund zu bleiben. Genau so ist es mit dem Kopf!
Es muss ja nicht gleich Tolstoi oder Sartre sein. Wie wärs für den Anfang mal mit "Tschick" oder "Das Schicksal ist ein mieser Verräter": Ihr werdet überrascht sein, wie tief diese Bücher sind, wenn man sie aufmerksam liest!

Mehr zum Thema Lesen:

Welche Bücher mich am meisten beeinflusst haben: Hier klicken
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Sonntag, 7. Dezember 2014

Die Anfänge des Im Grünen Festivals Kirchanschöring

Die Plakate zur Premiere 2005
Das Im Grünen Festival in Kirchanschöring ist heute eines der größten von jungen Idealisten organisierten Festivals in Südostbayern. Einmal im Jahr fallen tausende Festivalgäste in das kleine Dorf ein und stellen das Dorfleben der Gemeinde völlig auf den Kopf. La Brass Banda spielte hier eines der ersten Konzerte und blieb lange eng mit dem Im Grünen Team verbunden. FM4 Größen von Petsch Moser über Russkaja bis hin zu den Sternen, sie haben alle in Kirchanschöring gespielt. Was heute ein routiniert durchorganisiertes Festival ist, begann als Projekt einer Jugendgruppe. Ein nostalgischer Blick zurück:


Alles begann mit dem "Carei"



Vor dem Carei war die (Kirch)Anschöringer Jugend wie im Rest von Bayern in der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) organisiert. Allerdings gab es in Anschöring noch immer jede Menge völlig unorganisierter Jugendlicher, die sich weigerten, sich organisieren zu lassen und höchstens Teil einer Jugendbewegung sein wollten. Da diese Jungs und Mädchen die meiste Zeit vorm Schulgebäude chillten, wovon der Gemeinderat nicht restlos begeistert war, stellte man ihnen einen Jugendpfleger zur Verfügung. Dieser Jugendpfleger war Günter Wimmer. Der war Im Chiemgau und Umgebung als Fußballer und als Musiker mit seinen Bands "Die Springer" und der " Guten A-Band" bekannt und der wilde Haufen ließ sich ausnahmsweise halbwegs doch noch organisieren.

Der Gruppe wurde ein leer stehendes Gebäude in Kirchanschöring zur Verfügung gestellt, in dem sie sich regelmäßig treffen konnten: Das baufällige Caritas - Haus. 
Alle, die im Caritas - Haus aus und ein gingen, gehörten fortan zum "Carei".

Das Festival Im Grünen

Das südöstliche Oberbayern war schon immer eine Hochburg, was Maschinenhüttlfestl mit Rüscherl und Bryan Adams anging. So mancher Bauer, der in seiner Scheune einen der Landdiscothek DJs auflegen ließ, lockte tausende aus der Landjugend an wie die Motten das Licht. Aber statt Bon Jovi und Scooter stand das Carei auf Tocotronic und Franz Ferdinand. Und das Carei wurden immer mehr. Also stellten sie kurzerhand eine "Alternative Party" auf die Beine und punkteten auf den Plakaten mit dem Versprechen: "Garantiert ohne Spitz Audio!" 
Die ersten Schritte in Richtung Organisation von Großveranstaltungen war getan. Wenn man eine Party veranstalten kann, warum nicht gleich ein Festival? Dachte man sich und innerhalb von sechs Wochen stampfte man im Jahr 2005 ein kleines, aber feines Festival im Anschöringer Achenpark aus dem Boden.
Die Idee zum Festivalnamen hatte der Legende nach der Maggei vom Im Grünen Team beim Dorfwirt, dem Felber. Ein Geistesblitz, da kein anderer Name das Festival besser hätte beschreiben können.
Ab dem ersten Jahr wird das Festival allein vom Jugendtreff, also von damals 15, 16 jährigen Jungs und Mädels organisiert. Zurückgreifen können sie auf das Know How von Jugendpfleger Günter Wimmer, der sich später selbst mit einer Event Agentur selbständig macht. Fast zehn Jahre später sind die meisten vom Gründungsteam noch mit dabei. Sie sind mit dem Festival erwachsen geworden. Unterstützt werden sie ihrerseits von den kirchanschöringer Jugendlichen.
Erster Headliner war 2005 Bradleys H
Bekannt wird das Festival, auch unter den Bands, aufgrund seiner einmaligen Atmosphäre.
Es geht locker und lässig zu. Die Organisatoren sind meist Teenager, dennoch funktionierte die Organisation stets reibungslos. Legendär sind heute die Geschichten, dass die Bands von den Kilians bis zum Keller Steff „backstage“ bei Yvos Oma in der Stube sitzen und für sie Gitarre spielen. Oder wie sich Petsch Moser weigern, ins Hotel gebracht zu werden und stattdessen beim Aufräumen mithelfen. 
2005 kommen bereits 1100 Besucher. Headliner ist mit Bradleys H eine lokale Band. Drei Jahre später wird bereits die 3000er Marke geknackt und das Team beschließt, die Gästezahl zu begrenzen, um das Dorf nicht zu überfordern. Man setzt auf Qualität statt auf Quantität. Bald wird das zehnjährige Jubiläum gefeiert. Man darf gespannt sein, welche Bands diesmal nach Kirchanschöring gelockt werden.

Mehr über Anschöringer Popkultur gibts auf www.bernhardstrasser.de



Freitag, 14. November 2014

Die Männeryoga-Gruppe: Kerle auf dem Weg zur Erleuchtung

Ja sind wir denn völlig irre, werden wir von allen Seiten gefragt. Yoga? So richtiges Yoga? Nein, nein, haben wir geantwortet. Natürlich kein richtiges Yoga! Yoga ohne den Esoterikscheiß. Männeryoga halt! So hat es uns Christian versprochen. 
In der Theorie haben wir uns das so vorgestellt: Wir Jungs machen gemeinsam ein bisschen Gymnastik für den Rücken, von mir aus noch kurz ein Räucherstäbchen angezündet und danach schnell zum Wirt. Und unsere Frauen sind sowas von stolz auf uns, weil ihre gestandenen Burschen "Yoga" machen. Haha, die haben ja keine Ahnung von richtigem Männeryoga. Ja, so ungefähr haben wir uns das ausgemalt. Die alte Yogatante vom Prospekt macht den Kleinen Fisch, den Lustigen Kriecher oder den Sonnentanz, oder was auch immer vor, und wir machen es nach. Möglichst schnell, möglichst effizient, der Männeryogastammtisch wartet. 
Und jetzt sitzen wir da, 13 Männer, kleinlaut und verschüchtert wie Mäuschen, während die junge Yogalehrerin, die alte ist scheinbar verhindert, erklärt, dass Yoga kein Sport ist. Sie fragt uns, was wir uns vom Yoga erwarten. Jeder antwortet ernst, leise, richtig ehrfürchtig gegenüber der jungen Yogafrau etwas von „Rücken" oder "Ausgleich zur Büroarbeit“. Ich sage „Meditation" und meine eigentlich „Wirtshaus“. Sie faselt etwas vom „zu sich selbst kommen“ und, dass es beim Yoga nicht um Konkurrenzkampf geht. Wir grinsen. Wir wissen genau, dass trotzdem jeder von uns alles geben wird, der beste in der Männeryogagruppe zu sein. 
Noch immer geht uns die Düse. Wir waren schon vor Beginn der Stunde fix und fertig. Unsere Fahrgemeinschaft war spät dran, weil jeder quasi vom Büro weg abgeholt wurde. Dann hetzten wir Richtung Osterloh. Wo auch immer das ist. Wir kreuzten durch die Wallachau des bayerischen Voralpengebiets, wo die Orte noch Vordereck, Hintereck und Mitteleck heißen. 
Hektisch wurden die anderen Männer antelefoniert: Wo ist dieses Scheiß Osterloh? Wo sind wir? Schalt doch das Navi ein! Navi: "Bitte wenden sie!"
Völlig ausgepowert und gestresst kamen wir im Yogastadel Osterloh an. 
Nach einer Dreiviertelstunde Kennenlernrunde sind wir ansatzweise entspannt genug, dass wir fit für die Entspannungsübungen sind. 
Zuerst geht es in den Schneidersitz. Als ich vor Jahren an einem Schnupperyoga mitmachte, war ich der einzige, der den Schneidersitz nur unter Zuhilfenahme von nicht einem, sondern drei Kissen bewerkstelligen konnte. Alle schauen mich grinsend an. 
Ich resigniere. Der Schneidersitzguru werde ich auch in diesem Kurs nicht. Ich kniee mich auf ein riesiges Kissen. Das geht ganz gut. Erst nach zweieinhalb Minuten bekomme ich einen Krampf.
Endlich dürfen wir Gymnastik machen. Die Frau ruft Tiernamen und wir verrenken uns. Geil! So stellt man sich Männeryoga vor. Gerade, als wir ins Schwitzen kommen, müssen wir uns wieder in den Schneidersitz hocken: Wechselatmung üben. Sie macht eine Geste mit der Hand, die in Rapperkreisen als "East Side" und in Schreinerkreisen "Drei Bier bitte!" interpretiert werden könnte. (2 EUR in die Sparwitzkasse)
Wir müssen uns abwechselnd mit Daumen und Ringfinger die Nasenlöcher zuhalten. Wir schauen uns entsetzt an, machen aber genau das, was die Frau von uns will. 
Die fängt auf einmal an zu lachen. Kriegt sich gar nicht mehr ein. Kichert sich einen ab statt Wechselatmung. Jaja, wir wissen selber, dass das bescheuert ausschaut. Was lacht sie denn so? 
"Bitte die Finger nicht in die Nasenlöcher stecken!", sagt sie sanft. Dann machen wir die Atemübungen, unterbrochen nur vom Lachen der Yogalehrerin, deren Atem kurz in die Schnappatmung wechselt. Lachyoga, denke ich.
Zum Schluss nochmal Entspannung. Wir schließen die Augen. Sofort fängt einer an zu Schnarrchen. Scheiß Männeryoga. 
Ein Gong ertönt. Also doch Esoterikscheiß, frage ich mich, aber da ist es schon wieder vorbei. Das war's? War ja gar nicht so schwer. Wir fahren zum Wirt.

Sonntag, 9. November 2014

Als ich noch Computernerd war: Von C64 bis GTAV

Weihnachten '86: World Games auf dem C64
Ja, ich habe eine Computervergangenheit. Ich habe vom C64 über Amiga 500, N64 bis zur PlayStation sämtliche Systeme besessen und einen Teil meiner Jugend mit den heute als Klassiker geltenden klobigen Pixelspielen verbracht.
Dies ist die Lebensbeichte und der Lebenslauf eines ehemaligen Computernerds.

Der Commodere C64

Das Unheil begann an Heiligabend 1986. Das Christkind hat meinen älteren Cousins einen Commodore C64 gebracht. (Mir eine Pumuckl Uhr)
Anstatt Weihnachtslieder zu singen, starrten 6 Kinder mit viereckigen Augen gebannt auf Omas alten Farbfernseher und sahen zu, wie am Joystick gerüttelt wurde und ein pixeliges Männlein auf Schlittschuhen Anlauf nahm, über acht Fässer sprang und beim Landen ins Eis einbrach. Die Cousine fluchte und musste den Joystick abgeben. World Games hieß das Spiel, das uns diesen Heiligen Abend lang beschäftigte.
Meine Sommerurlaube verbrachte ich fortan nicht mehr bei meiner Tante, sondern beim C64.
Summer und Winter Games, Microprose Soccer und Spy vs. Spy hießen die Lieblingsspiele.
Als das Nachbarskind einen Amiga 500 zum "Arbeiten" bekam, musste ich nicht mehr bis nach München fahren, um spielen zu können.
Alle paar Wochen durften wir dort in Omas altem Schlafzimmer in Kirchanschöring eine Stunde spielen. Meistens Gianna Sisters oder Test Drive, Emeralds Mine, Double Dragon 4 und International Karate +. Dann wurden wir vom Hansi rausgeschmissen und stapften nach langen Protesten widerstrebend die Treppe wieder hinunter.
Irgendwann hatte meine Mama Erbarmen mit mir und kaufte mir einen völlig überteuerten Schneider CPC464. Auf einem Grünmonitor konnte ich die beliebten Spiele nun im eigenen Kinderzimmer spielen, wann immer ich wollte. Manche Spiele liefen über ein Kassettenlaufwerk und es dauerte mehrere Minuten, bis das Spiel geladen war. Andere Computernerds aus dem Dorf kamen vorbei und spielten in meinem Zimmer, egal ob ich da war, oder nicht.

Mehr als Retro: Schneider CPC 464

Irgendwann hatte ich vom Grünmonitor und vom Pfeifen des Cassettenlaufwerks genug und ich verkaufte den Schrott dem Hubert.
Der läutete eine Woche später, mit einem Bollerwagen und traurigem Gesicht, an meiner Haustür. Die Mama erlaubte ihm den Besitz des neumodischen Geräts nicht mehr. Ich gab ihm das Geld zurück und entdeckte auf einer Diskette eine Datenbank aller Kühe des Hofes samt Mädchennamen. Ich spendete den Schneider CPC nach Polen und bekam den uralten, aber im Vergleich zum CPC modernen C64 meiner Cousins geschenkt.
Es war 1993 und die waren längst einen Schritt weiter: Sie besaßen nun einen nagelneuen 386er PC mit 25 Mhz und einer 50 MB Festplatte.
In gestochen scharfer Farbe und in sensationeller VGA Grafik spielte ich mein erstes Adventure: Monkey Island. Ich war verzaubert. Ein Spiel wie ein Film. Noch nie hatte ich etwas faszinierenderes gesehen und ich verbrachte die nächsten Urlaube dort nur noch vor dem PC.
Welch Wunderwerk der Technik. Man konnte mit Paintbrush malen und die Bilder abspeichern! Ich lernte schnell die wichtigsten Dosshell Befehle und fand eine Schatzkiste an Spielen: Wing Commander. Lemmings. Sim Life. Silent Service 2.

Endlich ein Amiga 500

Einen Teil dieser Spiele konnte ich bald auf meinem gebrauchten Amiga, den ich mir kaufte,
Das Zimmer eines Computernerds
selbst spielen. Absolutes Lieblingsspiel wurde aber wieder ein Fußballspiel: Sensible Soccer wurde tagelang mit den Freunden gezockt.
Mit Civilization erwischte mich das erste Suchtspiel. Statt Latein zu lernen, eroberte ich als Lord Berni von Ägypten bis 2 Uhr morgens die Welt. Nicht viel besser waren Die Siedler, die ich damals für das genialste Spiel aller Zeiten hielt.
Super Mario 64
1995 begann auch für mich das PC Zeitalter. Der 486er mit 100 Mhz und 500 MB Festplatte war auf dem Stand der Zeit. Bald kaufte ich mir ein CD Rom Laufwerk dazu und die Spiele kamen mir vor wie Kinofilme: Rebel Assault, Creature Shock und Rollenspiele wie Ultima 7 und Lands of Lore.
Zwei Jahre später war der PC schon wieder Out. Die Spielkonsole N64 war das Maß aller Dinge. Die Wochenenden verzockten die Freunde wieder gemeinsam in meinem Zimmer mit Super Mario Kart und dem James Bond Shooter Golden Eye. Revolutionär auch Super Mario 64, der auf einmal nicht mehr nur von links nach rechts, sondern 360 Grad in sämtliche Richtungen laufen und hüpfen konnte. Die Zukunft hat begonnen, waren wir uns sicher.
Dann wurde lange nicht mehr Computer gespielt.

Die Playstation

Bis ich mir doch noch die PS2 und 2007 die PS3 besorgte. Längst dem Computernerdalter entwachsen war es die völlige Freiheit der GTA Reihe, die mich noch einmal zum Spieler werden ließ. Mit einem Müllauto durch den Park fahren. Ampeln missachten und Briefkästen umfahren. Genial! Daneben noch FIFA, das immer realistischer werdende Fußballspiel, kein Vergleich mehr mit den Pixelköpfen von Microprose Soccer. Und natürlich Assassins Creed, das Mittelalter GTA.
GTA V war übrigens das letzte Spiel, an dem ich mich noch versucht habe.

Seitdem habe ich leider weder Zeit noch Muse zum Spielen. Inzwischen warte ich, bis ich entweder meinem Sohn das Computerspielen nicht mehr verbieten kann, oder ich im Altersheim auf der PS12 meine letzten Tage mit GTA XVI verbringe.

Was aus dem Typen geworden ist, erfahrt ihr hier: www.bernhardstrasser.de

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Warum Kirchanschöring ein ganz besonderes Dorf ist

Nicht erst seit heute befasse ich mit dem Thema, welche Bedeutung Kirchanschöring, neben dem, meine Heimat zu sein, für mich hat. Folgenden Aufsatz habe ich vor exakt 14 Jahren, als ich gerade in Prien lebte, geschrieben. Ob sich seit dahin viel verändert hat?


Warum ist eigentlich Kirchanschöring ein ganz besonderes Dorf?



An einem Samstagvormittag spazierte ich zum Bäcker, zum „Hiasn“. Dort standen an der Kasse mehrere Leute um eine Ausgabe der überregionalen Münchner Zeitung „tz“ herum. Auf Seite vier dieser bayerischen Version der Bild - Zeitung stand ein fast ganzseitiger Artikel mit der Überschrift „Der Bomber von Kirchanschöring.“ Daneben grinste den Leser ein altbekanntes Gesicht entgegen: Günter Wimmer.

Eigentlich kommt der Wimmer Günter ja aus Petting, jenen Ort zu dessen Gemeinde auch dieses legendäre Schönram gehört. Doch seit einigen Jahren ist der Günter ein Wahl - Kirchanschöringer mit Herz und Seele. 

Der Artikel dreht sich vor allem um Günters fußballerisches Können, da er laut einer Internet Statistik der erfolgreichste Stürmer von ganz Bayern sei. Doch zwischen den Zeilen dieses Berichts liest man vor allem eines heraus: Kirchanschöring ist etwas ganz besonderes. Der Verfasser beschreibt das Dorf als ein verschlafenes Kuhkaff, in dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, die Einwohner in Bauernhäuser leben und weder Heizung noch Türklingeln haben. Die Einwohner tragen Adiletten und Trainingsanzüge und ansonsten geht es hier urgemütlich zu. Ein Zufall, dass ausgerechnet in diesem Ort der erfolgreichste Torjäger Bayerns wohnt? Und dieser Superstürmer sagt dann auch noch ganz beiläufig: „Eigentlich spiele ich ja nur zum Spaß Fußball.“ Weil er eigentlich Musiker ist und als Sänger / Bassist der Band „Die Springer“ deutschlandweit noch bekannter ist als der Fußballstar Wimmer. Und dieses Alroundtalent, das sowohl als Musiker einen Plattenvertrag in der Tasche hat und zwischen Wien und Hamburg hin und her jettet, als auch als Fußballer Angebote bis hinauf von den Sechzigern bekommen hat, sagt ganz locker und kühl: „In einer Dorfgemeinschaft ist es viel lustiger“ Was ist also dran an diesem Dorf? Ist Günter Wimmers Entscheidung, „ja“ zu Anschöring und „nein“ zu München zu sagen ein Einzelfall? 
Nein, ganz und gar nicht. Ein Kirchanschöringer Fußballer hat bereits vor zwanzig Jahren Kirchanschöring über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht: Der Dürnberger Bernhard, wie ihn im Dorf alle nennen, oder der „Bernd Dürnberger“; wie er im Kicker, in der Bild - Zeitung und der Sportschau bekannt war. Der spielte nämlich just in der Zeit für den FC Bayern als der seine größten Tage hatte. Fünf Mal deutscher Meister wurde er, zwei Mal Pokalsieger, gewann drei Mal den Europacup der Landesmeister und sogar den Weltpokal. Dabei kehrte er zu keiner Sekunde seiner Heimat Anschöring den Rücken zu. Zahlreiche Geschichten gibt es, wie der Star nach einem Fußballspiel beispielsweise mit einem angetrunkenen Anschöringer die Autobahn Richtung Heimat düste, die Mitfahrer sahen schon die Schlagzeile in der Bild - Zeitung, falls sie einen Unfall gebaut hätten. Oder die durchzechten Nächte in Eberding mit dem Fußballstar, der sich am nächsten Tag im Training möglichst weit weg vom Trainer halten musste, damit der seine Bierfahne nicht riechen konnte.
Kirchanschöring war schon damals in aller Munde. Was auch daran lieg, dass das kleine Dorf damals in der Landesliga Fußball spielte. „Der Schreck vom Lande“, so wurde der SVK damals in der tz tituliert. Zweitausend Zuschauer waren am Sportplatz, als die Kicker gegen Teams wie Ingolstadt und den FC Augsburg spielten. Genau so viele wie Kirchanschöring damals Einwohner hatte. Zwei Mal gastierte der FC Bayern beim SVK. Kirchanschöring ist seit nunmehr dreißig Jahren eine Fußballhochburg im Landkreis.
Nun gut, dann handelt es sich bei Anschöring also um ein reines Fußballerdorf, oder? Stimmt auch nicht. Zu den sportlichen Größen, die über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt sind, zählen Namen wie Andrea Kühn, Tom Obermayer oder Matthias Reitschuh. Die eine gehört zu den Top Skifahrerinnen im Land, der andere war bayerischer Meister im Badminton, der dritte im Laufen. Alle drei leben in Anschöring.
Nun gut, reduzieren wir Kirchanschöring also auf ein Dorf aus fanatischen Sportlern.
Fast richtig. Würde da nicht ein landesweit bekannter Bildhauer namens Georg Winkler leben. Nicht zu vergessen der große Visionär der Leinwand, Joseph A. Huschka, dessen Bilder gleichwohl wie sein Auftreten überregionale Schlagzeilen gemacht hat. Und selbst eine der ganz großen wie umstrittenen Schriftstellerinnen, Luise Rinser, hat die entscheidenden Jahre Ende des zweiten Weltkriegs in Kirchanschöring, besser gesagt in Voglaich verbracht. Einige ihrer Werke handeln sogar über das Leben in Anschöring. Allerdings kommen die Anschöringer darin nicht so gut weg wie in diesem Artikel.
Aber sonst hat das Dorf nichts besonderes mehr zu bieten, oder?
Nun ja, wenn man die Firma Meindl mal außer Acht lässt. Die ist nämlich bekannt für Trachten in höchster Qualität. Von der Fußballmannschaft des TSV 1860 München über David Hasselhoff, Thomas Gottschalk bis hin zu Arnold Schwarzenegger wurden sie alle mal vom Meindl ausgestattet. Was hat es doch damals für einen Auflauf im Dorf gegeben, als der „Terminator“ Schwarzenegger Kirchanschöring besuchte...
Schlagzeilen gemacht hat ein Kirchanschöringer vor Jahren in der Abendzeitung. „Beim Liebesspiel im Waginger See versunken“
lautete die Schlagzeile damals. Ein nicht näher genannter Anschöringer war damals mit seinem Auto irgendwie vom Pano Parkplatz in den Waginger See gerollt...
Vermutlich gibt es noch zahlreiche andere Anekdoten rund um Anschöring, die zeigen, warum es ein außergewöhnliches Dorf ist. Nirgendwo sonst gibt es so lustige und verrückte Menschen. Egal ob es die „Lackner Buam“ sind, die mit Perücken bekleidet in der Bravo Girl abgedruckt werden, oder der „U - Stammtisch“, der am liebsten im Saaldofer Dorfbrunnen zum Baden geht usw. Kirchanschöring ist einfach etwas ganz Besonderes.

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Samstag, 25. Oktober 2014

Die Einzigen – Norbert Niemanns radikaler Roman über Kunst, Liebe und Musik

Norbert Niemann schaut grimmig in die Kamera. Die Augen zusammengekniffen, entschlossener Blick, Dreitagebart. Das Foto hat seine Frau, Judith Bader gemacht. Bereits das Umschlagsfoto auf Norbert Niemanns neuem Roman lässt etwas von der unbeirrbaren Radikalität der „Einzigen“ erahnen. Der Chiemgauer Autor war nie bekannt dafür, halbe Sachen zu machen. Mit seinem neuen Werk lotet er neue Grenzen des literarisch vermittelbaren aus. Die Einzigen sind, was anderes war auch kaum zu erwarten, keine leichte Literatur und es ist mehr als vermessen, nach dem ersten Lesen das Buch zu beurteilen, aber so viel bleibt haften: Stellenweise ist es in einer dem Blick auf dem Umschlagfoto entsprechenden Radikalität geschrieben. Einer teils schwer verdaulichen Wucht, ähnlich der Kunst die seine Protagonistin Marlene Krahl exzessiv auslebt.
Die Einzigen, so hieß die Band von Harry Bieler, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, der Band von Marlene Krahl und dem Bandleader Sellwerth, dessen Beerdigung der Aufhänger des Wiedersehens der anderen beiden ist. Schon die Namen sind in ihrer gewollten Gewöhnlichkeit so gewöhnungsbedürftig, dass der Standardtrivialwanderhurenleser einen weiten Bogen um das Buch machen wird. Lässt man sich darauf ein, wird man in eine fremdartige, bizarre Welt der Musik eingeführt, Norbert Niemann bringt eine faszinierende Nische der elektronischen Musik näher und ist in seinen Beschreibungen Marlenes Kunst derartig extrem, dass sich der Laie nicht nur einmal die Frage stellt, ob es die beschriebenen Musiksparten, Komponisten und Künstler wirklich gibt, oder ob sie eine grandiose Erfindung des Autors sind. Marlene Krahl betreibt eine bizarre, in ihrer Radikalität kaum zu überbietende Avantgarde-Musik. Gipfelnd in  einer, kreissägenartige Töne hervorrufenden Tanzchoreographie, geht Marlene ohne Rücksicht auf Verluste ihren künstlerischen Weg. Beneidet, geliebt und verachtet zugleich wird sie von Harry Bieler, der sich seinerseits von seinen künstlerischen Ambitionen verabschiedet und sich, auf seine Weise radikal, auf eine Expansion der Seifenfirma seines Vaters, der ihm einst so verhassten Firma, versteift.
Soweit die Grundthemen des Romans, gewürzt natürlich mit jeder Menge Sozialkritik, Norbert Niemann wird nicht umsonst als politischer Autor angekündigt.
Aber etwas schwelt zwischen den Zeilen, das die Geschichte nicht greifbar macht. Marlene Krahl ist es, die nicht greifbar ist. Sie wirkt körperlos wie ein Geist. Oder wie eine Schallwelle. Sie existiert im Buch, aber der Erzähler wirkt wie ein Gehörloser, dem es nicht gelingt, die Person Marlene Krahl, die Liebe, die Harry für sie empfindet, greifbar zu machen. So wenig, wie man Musik greifbar machen kann.
Aber wer Norbert Niemann kennt, der weiß, dass der Autor bis ins kleinste Detail plant und ein Schreibprofi wie er nichts, vor allem nicht den Erzählton, dem Zufall überlässt.
Vielleicht ist genau dies der Zauber des Romans: Denn Marlene Krahl gelingt es, als Musikerin die Musik greifbar zu machen. Und genau so sehr, wie sich der Leser 298 Seiten lang fragt, warum sich Harry Bieler und Marlene Krahl eigentlich lieben, so sehr fragt es sich letztendlich auch Harry selbst, warum Marlene, die ihm in allen Belangen überlegen ist, ihn liebt.
Und die Antwort, die Belohnung sozusagen, sich durch diesen tiefen, schweren Roman gekämpft zu haben, ist ebenso verblüffend wie folgerichtig. Und auf einmal sieht man den ganzen Roman mit anderen Augen.

Norbert Niemann ist ein Autor, dessen Bücher man entweder verstehen muss, oder ein zweites, ein drittes Mal lesen muss. Da ich mir nicht anmaße, zu ersterer Sorte zu gehören, freue ich mich bereits auf den nächsten Durchgang.

Mehr Bücher:

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Alois ist erleuchtet - Teil 3: Die List der Wanderhure

Die Lesung des Jahres in Traunstein. Das, so preist es der Veranstalter an, erfolgreichste deutsche Autorenpaar, Iny Lorentz, liest im Kulturzentrum. Zeitglich spielt der FC Bayern gegen Roma und obwohl mich niemand begleiten möchte, gehe ich trotzdem zur Lesung. Iny Lorentz haben, so viel ist bekannt, unter dem Titel "Die Wanderhure" einige historische Romane geschrieben. Eine Romanreihe, die meine Frau scherzhaft "Die Wanderschlampe" nennt. Bisher beinhaltet die Reihe: „Das Vermächtnis der Wanderschlampe“, „Die Tochter der Wanderschlampe“, „Die Rache der Wanderschlampe“ und, brandneu, „Die List der Wanderschlampe“. Ich bin begeistert. Und neben mir halb Deutschland. Mit dem Bestseller haben die beiden natürlich etwas mehr Tantiemen verdient als ich, was  mir zwei Stunden später noch zum Verhängnis werden wird. 
Aber erst muss ich mir einen Platz im Kultursaal suchen. Ich bin vermutlich der einzige Mensch auf der Welt, der befangen auf Vernissagen geht und sich wie ein Korken auf dem Wasser fühlt. Grüße Sie, Herr Angerer, meine Empfehlung, Herr Altbürgermeister. Bussi Bussi, Händeschütteln. Nur mich, den bedeutendsten Popliteraten der Stadt, beachtet niemand. Ich beschließe, drei Gläser Prosecco zu trinken, immerhin sind die gratis. Da entdeckt mich der Gastgeber, Walter Niederberger und begrüßt mich herzlich. Sofort laufe ich rot an und revidiere meinen Eindruck und finde die Veranstaltung super. Er weist mich auf seine Gemälde hin, die heute für einen guten Zweck verkauft werden. Der Kauf einer neuen Orgel soll unterstützt werden. Seine Bilder gefallen mir außerordentlich. Keine blassen Aquarellkleckse, wie ich sie von anderen Vernissagen kannte, sondern farbfreudige impressionistische Ansichten Traunsteins auf Acryl. Der Mann, versteht sich wirklich auf Farben, denke ich mir. Später erklärt mir Altbürgermeister Fritz Stahl, dass Herr Niederberger tatsächlich jahrelang die Firma Murschhauser, also das Farbenfachgeschäft in Traunstein geführt hat. Ein Gemälde meiner Heim-Aussicht, den Blick von Ettendorf auf die Stadt hinunter, finde ich in seiner Lichtstimmung äußerst eindrucksvoll. So bemerkenswert, dass ich nicht mehr aufhören kann, hinzuschauen. 
Währenddessen beginnt der offizielle Teil. Oberbürgermeister Christian Kegel vergleicht die Veranstaltung mit "Ein Kessel Buntes", verspricht aber, dass diese, im Gegensatz zur DDR Sendung, keine seichte Unterhaltung beinhalten wird. Ich bin gespannt.
Es sitzen einige der Chiemgau Autoren im Publikum: Michael Inneberger, natürlich. Auch Ina May, Günter Harras und vor mir ein anderes Autorenpaar, Rike Stine und Dieter G.Hoffmann.
Die sechste unserer Autorengruppe, Nora Berger, wegen der ich eigentlich hier bin, sitzt oben auf der Bühne. Sie liest aus ihrem Roman "Der Fluch der Zuckerinsel". Es geht um die Liebe in Zeiten Napoleons, um Martinique und Sklaverei. Soweit so gut. Als die Handlung auf einmal auf eine drastische Vergewaltigungsszene hinausläuft, bin ich plötzlich hellwach und lausche gebannt. Aber als es am spannendsten ist, bricht sie die Lesung mit dem Hinweis, mehr erfährt man im Buch, jäh ab.
Medienmogul Richard Kerler stellt sein Buch über geheime Orte im Chiemgau vor. Ich bin hochinteressiert, weil ich meinerseits an einer Zusammenstellung geheimer Ortein Traunstein arbeite. Ich kaufe mir sofort sein Buch und stelle erleichtert fest, dass wir soweit keine Überschneidungen haben. 
Schließlich kommen endlich die Stars des Abends auf die Bühne. Von der letzten Reihe, in der ich sitze, kann man zunächst nicht erkennen, wer Iny Klocke und wer ihr Mann Elmar Wohlrath ist. Beide haben einen ähnlichen Modegeschmack, der mich an die wilden Achtziger Jahre erinnert. Mit verschränkten Armen und ernst konzentriertem Literatenblick bin ich gespannt, wie sie mir die Wanderschlampe näherbringen wollen. Aber sie unternehmen bis auf einen Verweis auf Balzac erst gar nicht den Versuch, Hochkultur vorzugaukeln. Mit professionellem Humor umschreiben sie den Inhalt der Lesung mit - Zitat BamS: "Wanderhure reitet Pferd tot". Und so kommt es auch. Beide werfen sich unterhaltsam die Bälle zu, spielen das liebevoll enervierte Ehepaar. Es wird gelacht, ich bin begeistert. So lesen also die Profis. Vielleicht kann ich mir noch was abschauen.
Nach der Lesung begutachte ich noch einmal das Gemälde von Walter Niederberger mit dem außergewöhnlichen Lichtspiel. Neben mir steht Elmar Wohlrath und ich warne ihn scherzhaft, dass das mein Bild ist. 
In Gedanken überschlage ich, wie viele Bücher ich verkaufen muss, um mir das Bild leisten zu können. 150. So viel wie ich bisher in meinem ganzen Leben verkauft habe. Ich will nicht wissen, wie viel der Herr neben mir am Tag verkauft.
Walter Niederberger stellt sich dazu und ich mache ihm Komplimente in der Hoffnung, dass er mir das Bild meinem Geldbeutel entsprechend ein wenig günstiger anbietet. Die ganze Zeit steht Iny Klocke daneben und schaut ihn erwartungsvoll an. Während ich gerade ansetze, das Bild schwärmerisch mit den Werken der Pariser Impressionisten zu vergleichen, unterbricht mich Iny Klocke. Walter Niederberger nickt und mit Entsetzen muss ich dabei zuschauen, wie er mein Bild von der Staffelei nimmt und es feierlich der Erfolgsautorin in die Hand drückt. Iny Klocke lächelt mich siegesgewiss an und verschwindet mit meinem Bild. "Ich hätte es mir eh nicht leisten können!", murmle ich und blicke ihr neidisch nach. Auf einmal begreife ich, dies war zugleich die List und die Rache der Wanderschlampe.

Zuhause reiße ich das Poster von Alexandra Neldel von der Wand und haue mich heulend ins Bett. Im Radio höre ich noch das Tor zum 7:1 für die Bayern.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Borges im Kaufland - oder: Was Hanno Buddenbrook und ich gemeinsam hatten

Ab und an sehe ich ihn noch im Kaufland, wenn er die Rolltreppe runter fährt. Herrn Borges, einer der Lehrer, die mein Leben verändert haben. Es war ein weiter Weg vom Rottmayr Gymnasium 1996 bis ins Kaufland heute. Für uns beide, denke ich. Ich muss, immer wenn ich ihn im Kaufland auf der Rolltreppe sehe, an seinen Namensvetter Jorge Luis denken. Der hat ein Gedicht geschrieben, das ungefähr so geht: Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich…  Nicht mehr so perfekt sein wollen, mehr entspannt sein, mehr barfuß laufen und mehr Sonnenuntergänge anschauen usw. Der Witz von dem Gedicht ist natürlich, dass der Mann schon 85 ist und das alles zu spät begreift. Ja, daran denke ich, wenn ich Herrn Borges im Kaufland sehe. Einmal war ich tatsächlich barfuß, Herr Borges wirkte sehr unentspannt. Außerdem heißt es in dem Gedicht, man solle mehr Fehler machen. Wenn ich dem Herrn Borges meine Matheschulaufgabe von der elften Klasse damals unter die Nase gehalten hätte, hätte der gesagt: „Mehr Fehler kann man aber nicht mehr machen“, und damals haben wir beide noch nicht gewusst, dass die Mathe Sechs im Jahreszeugnis das beste war, was mir jemals passiert ist. Denn es war das letzte Jahreszeugnis, das noch den Stempel vom Rottmayrgymnasium drauf hatte und es war auch das letzte Mal, dass ich Angst vor der Schule hatte und auch das letzte Mal, dass ich keinen Spaß am Lernen hatte, aber das wusste ich damals natürlich noch nicht, dass es anders auch ging. Ich war ja fast mein halbes Leben lang auf dieses Gymnasium in Laufen gegangen. Und es lag auch nicht am Herrn Borges, wir hatten wohl mehr gemein, als ich mir eingestehen wollte. Immerhin haben wir beide inzwischen ein Buch veröffentlicht. Seines soll sogar richtig gut sein.
Nein, an der Mathesechs lag es nicht. Vielleicht an der Lateinfünf?
Von der fünften bis zur sechsten und dann wieder in der elften hatten wir einen humanistischen Lehrer, der viel von der sittlichen Reinheit redete und der es sich zu eigen gemacht hatte, seine Liebe für tote Sprachen seinen Schützlingen anhand enormen Psychodruck näherzubringen. Noch heute ist ein typischer Satz, wenn wir Klassenkameraden uns begegnen: „Hast du auch immer noch Alpträume vom Schorsch?“
Im letzten Kapitel der Buddenbrooks beschreibt Thomas Mann aus der Sicht von Hanno Buddenbrook diese Angst, die uns Lateinschüler so lange verband, recht treffend. Als ich es las, dachte ich lange darüber nach, ob es jetzt gut oder schlecht ist, dass es am Rottmayr Gymnasium 1996 noch Lehrer gab, die einen humanistischen Enthusiasmus aus dem Jahr 1896 an den Tag legten.
Ach ja, Borges Gedicht sagt auch nach: Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich weniger Dinge ernst nehmen. Wie seltsam, dass man so viele Jahre danach noch darüber nachdenkt, wie man seine Schulzeit verbracht hat. „Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten“, heißt es noch reumütig bei Borges, oder bei dem der dieses Gedicht geschrieben hat. Wie alt ist der Schorsch eigentlich heute?

Sonntag, 12. Oktober 2014

Bilder deiner großen Liebe - von dem "Tschick" - Typen

Alle werden „Bilder deiner großen Liebe“ super finden. 
Alle werden sich vor Begeisterung einkacken und jubeln, weil Wolfgang Herrndorf der Allergrößte war und weil er lange sträflich unterschätzt war, aber jetzt ist er ja tot und da kann man schon mal ausflippen, dass er die Stimme, ach was, der Kopf seiner ganzen Schriftstellergeneration war. Und alle werden sie Recht haben, weil Tschick ja schon so ein supadupa abgefahren geiles Teil war, Millionen Leser können ja nicht irren. Und jetzt auch noch "Bilder deiner großen Liebe". Sehr geil, werden sie sagen. Bisschen abgefahren, aber der Herrndorf ist ja nicht fertig geworden damit und, ja genau, noch das mit der Birne, der hat sie ja selber nicht mehr alle beisammen gehabt am Schluss. Man weiß ja. Aber wenn dann endlich Tschick und der Blonde, also die titelgebende große Liebe halt, auftauchen, wird man für manches entschädigt. Ja, das werden sie schreiben und alle werden sich auf die Schulter klopfen, dass sie dieses schräge Büchlein sowas von scheißmichtot obergenial halten werden. 
Ich werde nicht dazu gehören. Ich hab die Kerzen ausgeblasen und das Ding in den Fluss gekickt. Wer hält sowas denn nur aus? Lustig sei es, haben sie geschrieben. Ich hab Rotz und Wasser geheult und konnte keine drei Seiten am Stück lesen. Und nicht, weil‘s so verspult war, wie die Kritiker Sand gerne gehabt hätten
Jedes Mal, wenn wieder so ein Typ in grünem Trainingsanzug aufgetaucht ist, oder wenn ich gelesen hab, wie magische Formeln in Maik Klingenbergs Kopf geflüstert wurden, hat es mir komplett den Stecker gezogen. Was soll der Irrsinn? Wer liest sowas? Und vor allem: Wer schreibt sowas?
Kanakenfreunde? Debilos? Insassen? Dr. Gelberbloom?
Und wer ist der Scheiß Kumpel Robert aus Camden?
Nein, das hält man im Kopf nicht aus. Weiß auch nicht, warum ich da so reagier. Ich tu es trotzdem: Gib ihm generös gerade mal noch drei von fünf, aber nur wegen Globoliblastombonus und so. Weiß doch jeder, dass der das Buch nur deshalb so schnell hingerotzt hat, um nach Tschick nochmal fett Kohle zu machen. Da empfehle ich, lieber mein Tagebuch zu lesen. Aber das liegt ja in Leos Zedernschatulle und ist nur für mich bestimmt.
Ich habe mit offenem Mund zu schreiben begonnen und meinen Gedanken zugeschaut, bis sie immer kleiner und kleiner, fast unsichtbar werden in tiefdunkler blauer Tinte, bevor sie sich aus dem Verschwundensein wieder materialisieren, indem ich sie gleich langsam nachlesen werde, Wort für Wort für Wort.

Isa.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Alois ist erleuchtet - Teil 2: Der Berater

Teil 2 der Realsatire über die Chiemgauer Kulturszene


Ich feiere meinen Geburtstag im Büro. Mein Chef greift nach dem Marmorkuchen, den meine Frau gebacken hat und sagt, dass er die Brösel am liebsten mag. Die Blätter der Zimmerpflanzen in der Ecke hängen welk herunter, ich schmeiß sie in Gedanken in einen Sack und zum Fenster raus. Öffentlicher Dienst, manchmal kann ich nicht fassen, dass ich an diesem Schreibtisch sitze und mir die Träume von Neuntklässlern anhöre, die Schriftsteller werden wollen. Ich weiß es längst besser und bin ein super Berater, was sie alles in ihrem Leben garantiert nicht werden. 
Früher habe ich meine Geburtstage mit Julia und Susi gefeiert. Julia ist inzwischen Modekünstlerin in Wien und hat sich seit 10 Jahren nicht mehr gemeldet. Und Susi studiert Regie in München. Verstohlen schaue ich mir unter dem Tisch mit dem Handy Facebook Fotos der beiden von der Schmiede Hallein an. Die Kollegen reden darüber, ob man sich als Beamter mit Rückenproblemen schon mit 63 verrenten sollte. Susi ist mit einem Musiker zusammen, der auch schreibt und für den bayerischen Rundfunk arbeitet. Er schreibt mittelmäßig, also nicht schlechter als ich und ich bin gelb vor Neid, dass die Typen vom BR sich alle gegenseitig hochjazzen und jeden Scheiß als hip verkaufen. Dann muss ich an den Typ denken, der einmal mit meiner Schwester ging, im Fasching immer eine Penisnase trug und jetzt für die Süddeutsche schreibt. Was will mir das Leben wohl mitteilen? Penisnase bei der Süddeutschen und ich im Arbeitsamt. Hätten wohl beide was Anständiges lernen sollen. 
Immer mehr Kollegen kommen rein und beglückwünschen mich so übertrieben herzlich, als könnte ich etwas für meine Geburt. Sie wollen Kuchen. 
Unterm Tisch checke ich über Google Analytics, wie viele Leute gestern auf meinem Blog waren. Vier.  Nur zwei davon länger als 20 Sekunden. Tatsache, kein Schwanz interessiert sich für meine Arbeit. "Wie geht's dir eigentlich bei deiner Arbeit?", fragt mein Chef kauend. Ich stecke das Handy wieder in die Hosentasche.

Seit einem Jahr pflege ich eine Homepage, auf der ich anfangs Literatur postete. Erst seit ich ein lustiges Papablog schreibe, habe ich nennenswerte Klickzahlen, da einige Leserinnen von Brigitte MOM auf meine Seite geleitet werden. Das ist natürlich zum Kotzen und nicht das, was ich mir an meinem 22. Geburtstag von meinem Leben erhofft hatte. Das war übrigens der, an dem Julia und Susi dabei waren. Damals dachte ich noch, ich werde Schriftsteller, daran muss ich immer denken, wenn ich die Neuntklässler berate. Dass ich mit 22 noch keinen blassen Schlimmer davon hatte, mit 36 einmal in einem kahlen Büro mit welkenden Topfpflanzen zu sitzen, mit Marmorkuchen und der Gewissheit, dass man alles richtig gemacht hat. Bis auf die Berufswahl: Man ist Berufsberater geworden. 

Zum Teil 1 geht's hier:
http://lesenszeichen.blogspot.de/2014/09/alois-ist-erleuchtet-das-erste-kapitel.html

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Was Selfpublishing Autoren von Dave Eggers "The Circle" lernen können

Dave Eggers Roman "The Circle" ist weniger ein Science Fiction Buch denn ein sehr ausführlicher Ratgeber, was im Social Network möglich bzw. notwendig ist. 
Zumindest, wenn man ein freischaffender Autor ist, der ein Produkt, sein Buch, zu vermarkten hat. 
Ein Self Publishing Autor wird rasch erkennen, dass eine Mae, wie Eggers Romanfigur heißt, in uns allen steckt. 
Der typische Autor denkt, es reicht, in jahrelanger Arbeit ein literarisch meisterliches, spannendes und lehrreiches Werk geschrieben zu haben. Er denkt, damit sei die Arbeit getan, im Nu ist man ein berühmter Schriftsteller und die Bücher verkaufen sich von alleine. 
Mitnichten. Ab jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Eggers chiffriert die Sozialen Netzwerke, aber man kann aus dem "Circle" durchaus eine To Do Liste ableiten, besonders für Autoren, wie man in der heutigen schönen neuen Welt erfolgreich wird. 
Frei nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber. 
Denn was bringt ein brillantes Buch, die Verlage haben es ohnehin ignoriert, wenn die Leser nichts davon wissen?
Also ist es zwingend notwendig, in möglichst allen Social Networks präsent zu sein und über sich und sein Produkt zu schreiben. 
Ausgangspunkt ist die eigene Webseite, oder mindestens ein Blog. Ziel ist es nun, die Massen des Internets dorthin zu locken. 


Also benötigt der Self Publishing Autor ein Profil in folgenden Netzwerken:

1. Facebook (bis heute essentiell)
2. Twitter (Der Coolness halber)
3. Google Plus (wegen der Suchmaschinenoptimierung)
Obligatorisch: Xing, Tumblr, Instagram, LinkedIn, sowie Accounts auf lovelybooks, sowie das notwendige Amazon Konto

Zum Monitoring seiner Erfolge ist es zwingend notwendig, folgende Google Tools mindestens täglich, im Idealfall mehrmals stündlich, zu nutzen:

- Google Analytics
- Google Webmaster Tools


Lernen von "The Circle"

Doch bevor überhaupt irgendein Erfolg gemessen werden kann, und das lehrt uns Dave Eggers, ist es notwendig, mit der Internetgemeinschaft zu partizipieren!
Es gibt eine große Community der Autoren und eine noch größere der Rezensenten und Leser. 
Folge diesen Communities. Like und teile, was dir gefällt. Und vor allem: Teile Ihnen mit, was du zu bieten hast. Und poste nicht nur über das Buch, über deine Arbeit. Teile Ihnen mit, wer du bist, was du denkst und fühlst, lass sie Anteil an deiner Persönlichkeit nehmen. Je mehr die Community über dich weiß, und du bist ein interessanter Charakterkopf, du hast immerhin ein Buch geschrieben, desto mehr Traffic wirst du auf deine Webseite, zu deinem Buch locken. 
Sei offen, sei transparent. Sei unterhaltsam und sei aufmerksam. Teile und du wirst geteilt. In Windeseile wirst du merken, dass die Suchanfragen deines Namens in Google explodieren. Die Besucherzahlen auf deiner Webseite werden steigen und wenn du alles richtig gemacht hast, werden all diese Menschen, deine neuen Freunde, dir dein Buch ebenso abkaufen, wie es deine Eltern, deine Geschwister und Arbeitskollegen bisher auch getan haben.
Bist du beliebt, und das wirst du sein, wird das Buch ein Bestseller.
So wie Dave Eggers Ratgeber "The Circle"

Weitere Tipps findet man auf www.bernhardstrasser.de

Montag, 22. September 2014

Alois ist erleuchtet - Das erste Kapitel des knallharten Einblicks in die Chiemgauer Literaturszene

Ein Mann hat seinen ersten Roman veröffentlicht. Der Mann will berühmt werden. Er will einen Verlag, er will Anerkennung. Der Mann heißt Bernhard Straßer und hat keine Ahnung, wie der Literaturbetrieb funktioniert. 

Ein Bericht über einen Bescheuerten, ein komisches aber witziges Spiel mit der Wirklichkeit. Sogar unglaublicher als die Wirklichkeit. 

- Auszug Kapitel 1 - 

Ursula Krechel hat nie auf meine Email geantwortet. Sie hatte gerade den Deutschen Buchpreis gewonnen und ich war wohl nicht der einzige, der ihr seine herzlichsten Glückwünsche entbot. 
Schade, ich hatte ihr mitgeteilt, dass ich meinen Roman demnächst veröffentlichen werde. Natürlich lag mir der Scherz auf der Zunge, wie super es doch sei, dass sie als Titelverteidigerin dann nächstes Jahr die Laudatio auf mich halten müsse. Nach langem für und wider abwägen, hab ich ihn hingeschrieben und zur Sicherheit noch mehrere Smileys dahinter gemacht. Nicht, dass sie mich sonst für einen totalen Trottel oder so hält. Erst als ich die Mail schon abgeschickt hatte, ist mir dann eingefallen, dass Frau Krechel ja zur älteren Generation gehört und wohl keinen blassen Schimmer  hat, was ein Smiley ist und stattdessen denkt, dass ich ein triftiges Problem mit Orthographie habe. Das habe ich ihr noch in einer ergänzenden Mail geschrieben und ihr erklärt, dass der Doppelpunkt und die schließende Klammer, wenn man sie 90 Grad mit dem Uhrzeigersinn dreht, ein lächelndes Gesicht darstellen sollen. Die Mail habe ich dann blöderweise, grins grins, mit ; ) beendet, sodass ich mich gezwungen sah, ihr noch eine dritte Mail zukommen zu lassen. Seitdem warte ich auf Antwort. Es kann doch keine zwei Jahre dauern, alle Gratulationsmails abzuarbeiten, oder?
Kennengelernt habe ich sie übrigens auf einem Schreibkurs in Schrobenhausen. Ich hab eine Kurzgeschichte darüber geschrieben, wie ich mich eine Woche lang so besaufe, dass ich meine eigene Freundin nicht mehr wiedererkenne und eine andere poppe. Das hat ihr sehr gut gefallen. Der Krechel, meine ich. 
Da mir keiner schreibt, maile ich Norbert Niemann. Das ist neben der Krechel der einzige Schriftsteller den ich kenne, der nicht dafür bezahlen muss, seine Bücher gedruckt zu bekommen. Und er wohnt im Nachbardorf. Ich schreibe ihm ungefähr einmal im Monat, wann wir denn ein Bier trinken gehen. Das hat er mir mal vor Jahren, als ich bei ihm im Kurs war, hoch und heilig versprochen, nachdem ich ihn ein paar Mal gefragt habe, ob das nicht super wäre. Allerdings ist er sehr beschäftigt und es hat bisher nicht geklappt. Zuletzt war er in Russland und hatte Stress mit seinem Verlag. Ich glaube, der kann mit dem Jo Lendle nicht. Ich schon, wir sind auf Facebook befreundet und ich like fast alles, was er postet. Echt ein witziger Kerl. Finde ich super, dass einer wie er mal die greisen intellektuellen Brillenschlangen so richtig aufmischt. 
Ich habe Norbert Niemann angeboten, dass wir unsere Romane gegenseitig querlesen und uns Tipps geben, aber er hat schon einen Austausch mit einem Arno Geiger. Ich glaube aber, einen Schriftsteller mit einem so seltsamen Namen gibt es gar nicht und den hat er nur erfunden, weil er mir durch die Blume sagen wollte, dass er schon einen Lektor hat. Und selbst wenn, ich glaub nicht, dass dieser Arsch Geiger, wenn es ihn denn gäbe, nur halb so cool schreibt wie ich und ich stelle es mir unheimlich langweilig vor, die dröge Pampe Korrekturlesen zu müssen. Aber das ist halt seine Sache. Der liest ja auch Grass und so und wenn er mich fragen würde, der Norbert, dann würde ich ihm schon sagen, dass der Jo Lendle Recht hat und statt sich vom Grass beeinflussen zu lassen, soll er doch mal an die jungen und weiblichen Leser denken. Die wollen was lustiges, was unterhaltsames lesen!
Überhaupt, von diesen „Literaten“ ist kein einziger in Facebook. Nur der Glavinic. Der ist zwar Österreicher und wird deshalb nie den Deutschen Buchpreis kriegen, aber der schreibt wenigstens anständig. Dass der sein Tagebuch veröffentlicht und wie schonungslos der mit sich selbst ins Gericht geht, das ist schon sensationell. Mein Lieblingsbuch von ihm ist aber "Vor dem Fest". Das ist zwar verspult, aber witzig geschrieben. 
Ich habe mal nach Schriftsteller gegoogelt, die noch nicht so bekannt sind, aber bereits Preise bekommen haben und diese angeschrieben, ob sie sich mit einem jungen Literaturtalent wie mir treffen wollen und Tipps geben möchten. Aber weder Hertha Müller, noch der Bachmann oder der Herrndorf haben geantwortet. 
Dafür bin ich in regem Kontakt mit dem Inneberger, der hat Literaturpreise in Salzburg und München gewonnen. Außerdem ist das ist der einzige Autor in der Gegend, der auch in den USA veröffentlicht wird.  
Ich warte seit Jahren auf seinen großen Roman, an dem er seit damals schreibt, als wir uns kennengelernt haben. Das dauert wohl noch. Muss ja auch gut werden. Es rotzt ja nicht jeder sein Zeug so raus wie ich mit meinen Kleinstadtrebellen. 
Hatte neulich eine Lesung auf einem Hippiefest. Lauter Kinder und drei Erwachsene. Den Kindern hat's gefallen, obwohl ich das Kapitel mit dem stinkenden Sack vorgelesen hab. Oder gerade deswegen. Die haben sich gekugelt. Die Erwachsenen haben recht streng geschaut. So wie damals die Proseccoleute auf der Vernissage vom Kunstverein Schrobenhausen. Vielleicht haben sie auch sehr konzentriert zugehört. Oder ich hätt das Kapitel, wo Peter im Klo der Disco kotzt, nicht so theatralisch vorlesen sollen. Da hab ich wohl zu dick aufgetragen. Eventuell war auch das Mikro zu laut aufgedreht. Ich spucke ja des Öfteren, wenn ich zu begeistert vortrage, und der Herr im Anzug saß schon sehr nah dran. 
Aber zurück zum Hippiefest. Verkauft habe ich zwar nichts, Gage gab‘s sowieso keine, das Prinzip dieser Leute habe ich aber schnell begriffen und denen ein paar Bücher geschenkt. Dafür habe ich mich irgendwie glücklich, wie von Ballast befreit gefühlt, als ich wieder weg war und so ein Gefühl ist mit Geld nicht aufzuwiegen.
Wie bin ich jetzt eigentlich drauf gekommen? Ach so, wegen dem Buchpreis. Apropos Buchpreis: Also mein Buchpreis ist 10 EUR.
Lol! Diesen Scherz konnte ich mir beim besten Willen nicht verkneifen ; )

-Ende Teil 1-

Mehr über die hiesige Literaturszene auf den Chiemgauseiten

Freitag, 19. September 2014

Die Rätsel in Wolfgang Herrndorfs Geniestreich Sand

Wolfgang Herrndorfs Geniestreich "Sand"


Ein unterschätztes, ein magisches Buch: Sand von
Wolfgang Herrndorf
Die Wolfgang Herrndorf Festwochen sind eröffnet! Demnächst erscheint "Bilder deiner großen Liebe", die Geschichte jener Isa, die man aus Herrndorfs Bestseller Tschick bereits kennt. Eine gute Gelegenheit, sich nochmal mit dem Werk des vor einem Jahr verstorbenen Schriftstellers zu befassen. 
Aus gegebenem Anlass musste ich persönlich leider seinen Glioblastom-Blog Arbeit und Struktur noch einmal zur Hand nehmen und habe mit diesen Hintergrundinformationen auch Sand noch einmal gelesen. 
Lange habe ich gezögert, den Roman, der seit einem Jahr in meinem Schrank stand, wirklich zu lesen. Das Buch gilt als verspult, kaum verständlich, zwar wundervoll geschrieben, aber  wirr und ohne Handlung.
Bullshit! Allen Kritikern sei ein herzliches "Ihr Idioten!" entgegen geschmettert. 
Sand ist laut eigenen Angaben Herrndorfs Trottelroman und man benötigt glücklicherweise etwas Hirnschmalz, um das Buch zu entschlüsseln. Und tatsächlich, die Handlung erschließt sich einem nicht nach dem ersten Lesen. Wer hin und her blättert, sich Verweise macht, findet letztendlich dennoch eine klar, lückenlos durcherzählte Handlung vor. Die vielen Rätsel werden sich dem aufmerksamen Leser nach und nach erschließen, genau das macht den genialen Reiz dieses Buches aus.
Und wer Herrndorfs Schicksal kennt, dem wird die Erkenntnis, wer Carl ist und warum er alles vergessen hat, schlicht den Stecker ziehen.
Sand ist ein ungewöhnlicher Geniestreich, und ein Writers Book. Also ein Buch, das allen, die selbst schreiben, oder verstehen wollen, wie man gut schreibt, wärmstens zu empfehlen ist. 
Bevor ich mit wüstem Spoilern beginne, noch ein paar Hinweise:
Sand ist mit sämtlichen literarischen Wassern gewaschen. Ein Feuerwerk inspiriert von den großen Autoren, die Herrndorf gelesen und verinnerlicht hat. Als Thriller ist Sand vielleicht verspult. Als literarischer Schmöker, seltsames Setting hin oder her, ein Quell ewig sprudelnden Genusses.
Ein Beispiel: Herrndorf beschreibt in Arbeit und Struktur Thomas Manns Chauchat Effekt im Zauberberg: Hunderte Seiten lang sehnt man sich mit Hans Castorp nach Madame Chauchat und auf einmal taucht ihr Name nicht mehr auf und die Sehnsucht setzt sich nur noch im Kopf des Lesers fort.
(Ab jetzt wird gespoilert, was das Zeug hält!)
Herrndorf lässt Carl, mit dem sich der Leser am meisten identifiziert, gleich mehrere Kapitel wieder und wieder dem sicheren Tod entkommen. Man leidet und leidet und hofft und bangt. Und kaum ist Carl in Sicherheit, macht Herrndorf ihn mit einem Nebensatz zur Leiche. Peng. Selten haben es Buchstaben im Kopf des Lesers derart knallen lassen. 
Das ist die Kunst. Herrndorf liebte die Russen (Literaten) und unzuverlässige Erzähler. Dem Erzähler ist auch in Sand nicht zu trauen. Ständig widerspricht er sich und auf einmal taucht auch noch ein Ich-Erzähler auf, der in Herrndorfs Alter ist und sich am Schluss genötigt sieht, auch den langsameren Lesern noch einige Zusammenhängen so zu erklären, bis auch der letzte Trottel die Handlung kapiert hat. (Nicht so mancher Rezensent). Man stellt sich vor, wie viel biestigen Spaß Herrndorf gehabt hat, das Hirn seiner Leser zu manipulieren. Jenes Denkorgan, von dem er selbst terrorisiert wurde. 
Die Rätsel lösen sich auf, aber bis ins Dankeswort hinein streut Herrndorf neue. Unter zig Namen, die man teils aus Arbeit und Struktur kennt, taucht auch Heather Gliese auf. So heißt im Buch Helens Tochter, mit der der Ich-Erzähler brieflich kommuniziert. Herrndorf spielt mit dem verwischen  von Fiktion und Realität. 
Spätestens hier merkt man aber, dass der Name Gliese etwas bedeutet. Helen wohnt in Appartement  381d  und Astronomen unter und werden nun aufjubeln, dass Gliese 381d einer der erdähnlichen Planeten ist, der unserem Sonnensystem am nächsten ist. Zufall?
Sand wird als Nihilistenroman bezeichnet. Gliese 381d steht aber für Hoffnung, dass es irgendwo da draußen noch eine zweite Erde gibt, auf der es besser ist. Spekulation.
Endgültig perplex war ich allerdings, als mir folgendes passierte: Bekanntlich war Herrndorf jemand, der viel über Google und Wikipedia recherchierte.
Tippt man also „Gliese“ in Google ein, tauchen gleich nach dem ersten Buchstaben Vorschläge von Google auf. Tippt man die ersten drei Buchstaben ein, meint man allerdings, seinen Augen nicht zu trauen: Als erster Vorschlag taucht auf: "Glioblastom"
Spielt einem nun das Gehirn schon wieder einen Streich oder hat da jemand Spaß daran, die Leute noch Jahre nach seinem Tod zu narren?

Wer ist Carl?


Und zu guter Letzt noch die Lösung des Rätsels, wer Carl ist und warum er zu Carl wurde. 
Carl ist Cetrois, das ahnt er selbst bald. Doch wer ist Cetrois?
Dem aufmerksamen Leser entgeht nicht, dass der nette Polizist Polidorio, den wir am Anfang des Romans kennenlernen, mehrere gefälschte Ausweise hat und sich, wie sich herausstellt, als Tugendwächter im Bordell gerne als Cetrois ausgibt. Polidorio ist Cetrois. Ist Carl. 
Und wieso die Amnesie?
Herrndorf hat einmal erwähnt, dass man mit der Diagnose Glioblastom, der Königsklasse unter den Tumoren, sich so einiges leisten darf. 
Zum Beispiel darf man seiner Romanfigur starke Kopfschmerzen verpassen und eine unerklärliche Amnesie bekommen lassen. 
Peng, beim zweiten Mal Lesen also der nächste Hammer. Dabei weist Herrndorf schon auf den ersten Seiten so deutlich auf die Kopfschmerzen hin, dass man sich über jeden Kritiker, der die Logik des Buches überlesen hat, nur wundern kann. 
Unbegreiflich auch, wie der Kopf, der sich diesen wüsten Thriller ausgedacht hat, die Übersicht bewahren konnte und tatsächlich bis zum Schluss alle Handlungsfäden so in der Hand hielt, dass Sand kein unzusammenhängendes Mosaik wurde, sondern der Leser, wie Carl, bis zum Schluss nach dessen Identität forschte.

Isa erschien am 26. September. 2014. Die Frage ist auch, ob es ein pessimistischer Roman wie Sand oder ein „Die Welt ist schön, trotz allem“ Buch wie Tschick wird…


Weitere Texte zu Wolfgang Herrndorf:


Die Bücher in Wolfgang Herrndorfs Arbeit und Struktur Hier klicken
Bilder Deiner großen Liebe Hier klicken
Arbeit und Struktur Hier klicken

Mittwoch, 3. September 2014

Wie kann ich bessere Google Suchergebnisse für meine Homepage erzielen?

SEO, Suchmaschinenoptimierung und ‚Wie finde ich passende Schlüsselwörter, um meine Homepage im Google Ranking zu verbessern‘. Mit diesen Themen habe ich mich die letzten Tage beschäftigt. Gelernt habe ich, wie unschwer zu erkennen, dass gleich die ersten Zeilen des Beitrages die jeweiligen Schlüsselwörter, unter denen man gefunden werden möchte, enthalten sollen. In diesem Fall müsste ich also möglichst oft die Schlüsselworte SEO, Google und Suchmaschinenoptimierung verwenden. Check. 

Finde passende Keywords, kümmere dich um Backlinks, nutze Google+


Um zu sehen, wie groß die Konkurrenz dieser Schlüsselworte ist, wird empfohlen, die Keywords in Google einzugeben und zu schauen, wie die Konkurrenz der Top Rankings das so macht. Wie die von Google als Topergebnisse angezeigten Seiten die Keywords in ihrer Webseitenbeschreibung platzieren. Nennenswerter Nebeneffekt, dass Google bei seiner automatischen Vervollständigung der Suche gleich oft gesuchte, zusätzliche Schlüsselworte anbietet. Gesagt, getan.
So gesehen, müsste ich jetzt eigentlich schon mal ganz oben im Google Ranking sein.
Wäre da nicht die Sache mit der Relevanz und den Links. Google bevorzugt in seinen Suchergebnissen nämlich zum einen ältere Webseiten, da diese in ihrer Konstanz für ihre Relevanz bürgen. Zum anderen bewertet Google bekanntlich Webseiten danach, wie viele, möglichst populäre Homepages, auf die eigene Seite verlinken. Da sieht es bei meinem Blog mager aus. Also, liebe Blogger, ich wäre für Backlinks zu haben und biete im Gegenzug an, eure Seite zu verlinken. Genau das sollte man nämlich dringend machen, um seine Backlinks steigern. 
Nicht zu unterschätzen sind auch die Vorteile des so stiefmütterlich behandelten Sozialen Netzwerke Google+. Google belohnt seine Google+ Nutzer, indem sie dort gepostete Beiträge prominent in die Suchergebnisse mit aufnimmt. Zumindest bei jenen, in deren Kreisen man sich befindet. 

Das heißt speziell für Buchmarketing?


Wichtiges Thema bleibt auch das ‚wie finde ich die richtigen Schlüsselworte?‘
In meinem Fall, es geht um Buchmarketing, bringt es wenig, mich für die Vermarktung meines Buches Kleinstadtrebellen auf die Schlüsselworte "Bücher" oder "Kleinstadtrebellen" zu konzentrieren. Für das Keyword ‚Bücher‘ ist die Konkurrenz derart groß, dass ich nur mit immensem Aufwand auf die ersten 10 Seiten der Google Suchergebnisse landen würde. Nach ‚Kleinstadtrebellen‘, Hand aufs Herz, sucht niemand, der das Buch nicht schon kennt. Außerdem, prüft es gerne nach und googelt mal ‚Kleinstadtrebellen‘, ist es mir bereits gelungen, die Spitzenposition dieser Sucheingabe zu erreichen. 
Ziel wäre es nun, eine spezielle Nische zu finden: Schlüsselwörter, die häufig gesucht werden, um die gleichzeitig aber nur wenige Webseiten konkurrieren. Das Google Adwords Keywords Tool ist ein interessantes Programm, um passende Wörter zu finden. So fand ich heraus, dass "junge Literatur" und "Popliteratur" zwar ausreichend gesucht wird, aber wenig Konkurrenz im Content besteht. Solche Nischen sind zu finden und mit der Suchmaschinenoptimierung zu bedienen.
Ich werde weiter mein Glück versuchen und wünsche auch Euch viel Erfolg! 

Mehr auf meiner Homepage www.bernhardstrasser.de