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Freitag, 17. November 2017

Da sind sie, die Chiemgau-Blogger

Wo sind die Blogger im Chiemgau???

Immer bei der Arbeit: Die Chiemgauer Blogger/innen
Diese Frage stellte ich vor einer Weile und lange Zeit blieb es still in den Weiten des Internets. Doch inzwischen haben sie sich bemerkbar gemacht: Stefanie Dehler, Bloggerin vom Gipfelglück, hat eine kleine aber feine Runde von Bloggern aus und über den Chiemgau zusammengetrommelt und die ersten Treffen organisiert. Beim letzten war ich dabei und lernte eine völlig neue Welt kennen:
Im Gegensatz zu meinen Chiemgau-Autoren steht bei den "echten" Bloggern nämlich nicht nur das geschriebene Wort im Mittelpunkt, sondern auch das Key-Word, das Foto zum Geschriebenen und natürlich die mediale Vermarktung von Bild und Text. 
Und so dauerte es nicht lange, bis die illustre Runde in der Gaststube des Sailer Keller - nachdem sich jeder vorgestellt hatte - die Smartphones gezückt hatte und munter jeden der anderen auf Facebook, Instagram oder Twitter folgte sowie live vom Treffen bloggte. Der ehemalige Weinblogger trank Bier, die Eltern-Bloggerin musste nach Hause, den Babysitter ablösen, die Strick-Bloggerin begann zu stricken. Es war herrlich und genau so wie man sich ein Bloggertreffen immer vorgestellt hatte.
Schon 1924 trafen sich die Chiemgauer Blogger hier im
Sailer Keller
Und breit aufgestellt sind sie, die Chiemgau-Blogger: Egal ob über Bergsteigen, Kultur, Kinder, Stricken, Literatur, Wandern - da war für jeden etwas dabei. Wer mal reinklicken möchte, wer sich inzwischen in der Chiemgauer Blogger-Szene so tummelt, dem sei diese Auflistung empfohlen!
Völlig neu war mir, wie gut auch die im Chiemgau lebenden Blogger/innen vernetzt sind. Da gibt es Netzwerke wie die "Iron Blogger" oder "Blog and Burger" sowie das Salzburger treffen "Salt and the city". So war es für mich ein Gefühl wie wenn man aus dem tiefsten Nebel des Chiemseeufers Richtung Hochfelln hinaufsteigt und auf einmal eine Ahnung bekommt, was in Sachen Bloggen allgemein und Bloggen im Chiemgau alles möglich ist.
Schön war es auf alle Fälle und ich hoffe auf eine baldige Wiederholung!

Hier noch der Link zu meinem Papablog:
Das Elterntagebuch 

PS: Schönen Gruß an dieser Stelle - falls sie es liest - an einen der besten im Chiemgau entstandenen Blogs, ans Sudelheft : )

Sonntag, 23. Juli 2017

Mit den Chiemgau Autoren auf der Rabenmoosalm

Die Schreibwerkstatt auf der Alm


Sterne sieht man Nachts in der Stadt kaum mehr.
Außer man ist auf einer Alm!
Auf der Rabenmoosalm mit meinen Autorenkollegen Meike K. Fehrmann, Michael Inneberger, Armena Kühne, Monika Klinkenberg-Weigel und - dieses Jahr neu: Martin Trautwein. Vier Tage Schreibwerkstatt in den Bergen. Vier Tage zwischen Genie und Wahnsinn. Mit anderen Worten: Inspirierend und anregend wie schon im letzten Jahr!
Die Schreibwerkstatt der Chiemgau Autoren auf der Rabenmoosalm war letztes Jahr eine Entdeckung. Vier Tage auf einer Alm, ohne Internet und Handynetz inklusive inspirierende Zeit zum Schreiben und regen Austausch mit anderen Autoren. Die ersten werten Leser werden nun die Stirn runzeln: Eine Gruppe verkopfter Schriftsteller fünf Tage allein auf einer Alm? Wie funktioniert das? Werden die nicht verhungern? Glücklicherweise handelt es sich bei der Schreibalm um keine Hochalm. Es gibt Strom und fließend Wasser und die Autoren sind auch nicht darauf angewiesen, die Almkühe zu melken, um das täglich Überleben zu sichern. So viel Komfort bietet die Rabenmoosalm dann doch. 
Anders als im Artikel suggeriert wirkten diese
wandernden Autoren äußerst zielstrebig
Dennoch gab es auch dieses Jahr so manch Situationen in denen der uneingeweihte Wanderer sich fragte, was denn am Fuße des Zinnkopfs an diesem Wochenende wohl Verrücktes los ist. So wurde ein älterer Herr gesichtet, der durch die Wälder wanderte, nichts bei sich tragend außer einer Aktentasche, einem Regenschirm und einer Packung Windeln. Angesprochen, ob bei dem armen Mann alles in Ordnung sei, hätte dieser nur antworten müssen: "Ich bin einer der Chiemgau-Autoren." Es hätte nur ein erleuchtendes Nicken gegeben: "Ah!" 
Andere Wanderer sichteten eine Familie sich keine zehn Meter parallel des Weges durch das Dickicht des Fichtenwaldes kämpfen. "Wo ist denn der Zinnkopf?", rief der Familienvater verzweifelt. "Der ist ganz woanders. Wer seid ihr denn?" "Wir sind die Chiemgau-Autoren!" 

"Aah", machte der Mann und ließ die seltsame Familie weiter durchs Dickicht irren.
Ein anderer Mountainbiker berichtete, dass er an der Rabenmoosalm ein zweijähriges Kind mutterseelenallein am Lagerfeuer sitzen sah. Neben ihm ein scharfes Messer und eine Bierflasche. Erst wollte er das Jugendamt rufen. Dann sah er, dass dort eine Schreibwerkstatt stattfand. Der Chiemgau-Autoren. "Aaah!", machte er und fuhr weiter.
Auch unten im Tal in Ruhpolding wurde im Edeka erzählt, dass eine Gruppe für die Rabenmoosalm gerade massenweise Gurken, Joghurt und Apfelmus eingekauft hatte und die Küchenrolle an der Kasse liegengelassen hatte. "Was waren denn das für Vögel?" "Das waren die Chiemgau-Autoren." "Aaaah", machte die Kassiererin.
Aber auf der Rabenmoosalm passierte noch viel mehr: Es wurde wieder an Texten gearbeitet - über Intrigen auf einer polnischen Burg im 11. Jahrhundert, die Wahrheit über die Geburt von Christoph Kolumbus oder einen nach ruß riechenden Geist, der wiederum auf einer Schreibwerkstatt in der Toskana erscheint. Es gab Werkstattunterricht zu den Themen "Natur in der Literatur", "Metaphorik und Symbole in Thomas Manns Tod in Venedig" und "Darstellung von Massenszenen in der Literatur". 
Dass Literatur auch entsteht, wenn man Spaß hat, welche Rolle Natur dabei spielt und wie sich Geschichten weiter entwickeln, darüber werden die Autoren am kommenden Donnerstag, den 27. Juli im Nuts in Traunstein berichten. Dort lesen sie ihre Texte vor, an denen sie auf der Rabenmoosalm gearbeitet haben. Und ich bin auch dabei.


Die Rabenmoosalm im Elterntagebuch: Hier klicken


Sonntag, 8. Januar 2017

Chiemgau-Krimis, die noch NICHt veröffentlicht wurden:

Ina May – Gaskin, die Hebamme von der Fraueninsel

Kriminell geht es zu auf der Fraueninsel!
Inhalt: Die erfolgreiche Krimi-Autorin Ina May hat ein Problem: Googelt man ihren Namen, taucht anstatt ihrer Autorenseite stets eine Hebamme namens „Gaskin“ auf. Wie kann es sein, dass eine einfache Hebamme in den Suchmaschinen als relevanterer Treffer gilt als die Krimiautorin? Ina May nutzt ihre Spürnase und findet heraus, dass Gaskin auf der Fraueninsel am Chiemsee als Hebamme praktiziert.
Als sie selbst auf die Fraueninsel übersetzt, um sich im Kloster nach Gaskin zu erkundigen, stößt sie auf ein dunkles Geheimnis: Warum benötigt ein Frauenkloster eine Hebamme? Wer sind die schwangeren Frauen, die regelmäßig die beschwerliche Überfahrt zur Fraueninsel auf sich nehmen, um dort zu gebären? Und warum werden diese stets von einem katholischen Würdenträger begleitet? Bald entdeckt Ina May, die beharrlich ihre Nachforschungen fortsetzt, auf eine Gruft in der nur Säuglinge begraben sind. Als sie endlich zu Gaskin der berühmten Hebamme vorgelassen wird, ahnt Ina May längst, dass sie sich auf einen tödlichen Gegner eingelassen hat. Wird Ina May nach dem Treffen mit Gaskin die Fraueninsel lebend verlassen? Und wird Ina May jemals diesen Krimi schreiben?

Hier gehts zu den echten Krimis von Ina May: http://www.inamay.de/
Und hier zur echten Ina May Gaskin:  https://de.wikipedia.org/wiki/Ina_May_Gaskin

Kommissar Brand und die Sache mit der Hormonbombe


Der beste Chiemgau-Krimi
aller Zeiten!
Im zweitbeliebtesten Rosenheimer Rotlicht-Etablissement, dem „L’amour" ist eine Angestellte explodiert. Die gern gebuchte Prostituierte Alina hat es buchstäblich zerrissen. Ein Fall für den Routinier unter den Rosenheimer Ermittlern, Kommissar Brand. Zusammen mit seinem tollpatschigen Assistenten Sebastian Bast versucht Brand das grausige Verbrechen aufzuklären. Sticht Brand in ein Wespennest, als er im Rosenheimer Rotlichtmilieu ermittelt? Und was hat der arabischstämmige Mahmud mit der ganzen Sache zu tun? Wie ist der Stadtrat involviert? Und welche Rolle spielt eigentlich sein Assistent Bast? Kommissar Brand wird auch diesen Fall lösen!

Ihr wollt mehr davon lesen? Klickt mal hier rein: https://www.chiemgauseiten.de/b%C3%BCcher/texte-und-kurzgeschichten/kommissar-brand/

Samstag, 11. Juni 2016

Buchvorstellung im LadenBergen

Erste Lesung von "Sterne sieht man nur bei Nacht"

Der LadenBergen ist ja unbestritten der coolste Musik- und Klamottenladen im Chiemgau, deshalb war es auch völlig klar, dass ich dort auch den Book-Release meines zweiten Romans "Sterne sieht man nur bei Nacht" feiern würde. 
Denn der LadenBergen bot die Garantie, dass - sollte sich auch diesmal kein einziger der Chiemgauer Kulturszene blicken lassen - zumindest die nicht weniger interessierten Damen und Herren von Andis Laufkundschaft da sein würden.
Um was geht es eigentlich?
„Sterne sieht man nur bei Nacht“ ist ein "coming of age" Roman und handelt vom 26 jährigen Hans, der sich nach dem Studium gerade endgültig vom Elternhaus abgenabelt hat und ein neues Leben in einer Chiemgauer Kleinstadt beginnt, als er erfährt, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist. 
Ernstes Thema, aber ganz so unlustig ist das Buch zum Glück nicht.
Um ein Haar wäre es fast tatsächlich so gekommen, dass ich vor leeren Stuhlreihen lesen musste -  es schüttete aus sämtlichen Kübeln und nicht einmal die Bergener Flüchtlinge von gegenüber, bekanntlich haus- und unterkunftslos, machten Anstalten, herüberzukommen. Erst am nächsten Tag war aus der Zeitung zu entnehmen, dass der Herr, der während meiner Lesung wild gestikulierend auf die Männer einredete, der Bürgermeister war, der die Flüchtlings-Rebellen zur Aufgabe ihres Staatswiderstands überredete. 
Doch zurück zur schönsten Nebensache der Welt, der Lesung: Ein erstes Mal vor Publikum gelesen, kristallisierten sich zwei überraschende Erkenntnisse zu meinem Buch heraus:
1. Der Anfang ist - gähn - eher langweilig!
2. Die beiden Festivalkapitel sind derart lustig, dass man kaum glauben kann, dass das Buch über den Tod handelt.
Heißt, es wurde im Publikum richtig viel gelacht, dass es als Vorleser gar nicht so einfach war, nicht lauthals mitzulachen. Womöglich fanden die Zuhörer die Kapitel auch deshalb so lustig, weil einige von ihnen berühmt- berüchtigte Veteranen der Festival-Szene sind, die sowohl das Im Grünen Festival Kirchanschöring als auch das South Side aus dem FF kennen und so manch beschriebene Szene wohl selbst schon erlebt hatten.
Erkenntnis Drei will ich ebenfalls nicht vorenthalten:
3. Wenn auf einer Lesung so viel gelacht wird, darf man diese NICHT mit einem traurigen Teil abschließen, will man nicht ganz bewusst in erschütterte, niedergeschlagene, ergriffene Gesichter blicken. 
Sollte man diesen Fehler dennoch begehen, muss man 
4. als Zugabe unbedingt noch einen lustigen Abschnitt aus dem Blog vorlesen. 
Die fünf Damen vom Elternbeirat des Bergener Kindergartens konnte ich aber auch mit dem Elterntagebuch nicht zum Kauf meines Buches überreden.
Und um noch einmal einen Bezug zu den Bergener Flüchtlingen herzustellen: Auf wessen Seite der Autor der "Kleinstadtrebellen" steht und auf wessen nicht, braucht hier hoffentlich nicht betont zu werden. Dennoch sei nicht unerwähnt, dass das Haus Steffen in Kühnhausen, in das die Flüchtlinge tags darauf umziehen mussten, in der Tat eines der schönsten am Waginger See ist: Es war nämlich das erste Haus, das damals der Zimmerermeister Hans Straßer gebaut hat. Mein Großvater. Aber das ist eine andere Geschichte, die es hoffentlich ebenfalls einmal als Buch gibt!


Bestellen kann man das Buch auf Amazon

Hier noch eine kurze Impression, wie sich das neue Buch so anhört:

Samstag, 14. November 2015

Traunstein hat ein neues Theater!

Premiere des neuen Highlights in der jungen Chiemgauer Kulturszene


Unbestritten ein Highlight: Die Hamlet-Darstellung von
Max Berger, Svetlana Teterja-Pater, Patrick Brenner
Traunstein ist eine uralte Kulturstadt, der Großteil dieser Kultur hat allerdings, darauf ist die Stadt so stolz, dass sie auf Kreisverkehren darauf hinweist, mit Bier zu tun. Natürlich hat die Bierstadt Traunstein auch eine Kulturszene. Die allerdings – zumindest im Altersschnitt – mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist. Die Nachricht von der Gründung eines jungen, ambitionierten Theaters im alten Vereinshaus in der Unterstadt, schlug in eben dieser Szene sowie der Politik ein wie eine Bombe. Es ist eine bescheidene Untertreibung wenn man andeutet, dass der Theaterenthusiast und Schauspieler Maximilian Berger auf etwas Gegenwind gestoßen ist bis zur tatsächlichen Premiere des neuen Chiemgau Theaters am Freitag, den 13.11.2015, ein Datum, das man sich merken wird.
Wer diese Vorgeschichten kennt, wundert sich auch nicht, dass dem Schauspieler, als er kurz nach 19:00 Uhr unter nicht aufzuhören wollenden Applaus kurz aus seiner professionellen Rolle fiel und emotional wurde als er, trotz aller Widrigkeiten und unfassbarem Organisationsstress das Chiemgau Theater für eröffnet erklärte. Wie bedeutend dieser Abend auch in der Stadtgeschichte sein könnte, erahnten wohl vor allem die älteren Theatergäste, die sich noch erinnerten, welch rauschende Feste in diesem Saal einst gefeiert wurden und wie geschichtsträchtig es ist, dass der Theaterverein diesem historischen Gebäude wieder Traunsteiner Kulturleben einhauchte.
Und was für ein Leben: Shakespeares sämtliche Werke – leicht gekürzt – stand auf dem Programm und viele waren gespannt, wie dieser nicht unbescheidene Titel wohl umgesetzt wird. Denn, einerseits hatte sich der Verein auf die Fahne geschrieben, Theater auf hohem Niveau zu spielen. Gleichzeitig möchte das Publikum aber auch unterhalten und nicht mit Avantgarder Nackt und Kotz-Kunst verschreckt werden. Und zum Dritten waren viele zunächst neugierig, wer dieser Kulturrebell Max Berger und seine Schauspieltruppe eigentlich ist. Vor diesem Hintergrund wurde die Aufgabe fast kongenial gelöst:
Man inszenierte Auszüge der Schlüsselszenen aus Romeo und Julia oder Hamlet, teils intensiv und eindringlich gespielt und gleichzeitig ein Spiel mit doppeltem Boden: Max Berger, Svetlana Teterja-Pater und Patrick Brenner spielten nicht nur sämtliche Rollen in den Shakespeare Klassikern, sondern auch sich selbst. Augenzwinkernd, teils zotig, nicht selten das Publikum einbeziehend, stellten sie drei Schauspieler dar, die sich teils intellektuell, teils naiv, immer humorvoll, mit Shakespeare auseinandersetzen und gegenseitig zusetzen.
Das altehrwürdige Vereinshaus
Dass es beim altehrwürdigen Shakespeare teils arg lustig zuging, irritierte den einen oder anderen bajuwarerischen Besucher. Ein Thomas Bernhard hätte sich ins Fäustchen gelacht, wie gut Theater bis heute funktioniert.
Spätestens nach der Schlussszene, als die Drei den „Hamlet“ in erst ausgewählten Szenen spielten, gefolgt von einer ersten Kurzfassung und einer zweiten, keine Minute dauernd, die das Stück augenzwinkernd auf den Punkt brachte, wurden die Schauspieler euphorisch mit Zwischenapplaus gefeiert. Und als wüssten die Dramaturgieprofis, dass man einem Höhepunkt idealerweise noch einen weiteren draufsetzt, spielten sie die Hamlet – Kurzfassung schließlich zur Begeisterung des Publikums rückwärts. Ein fast atemberaubender Schlusspunkt, der erahnen ließ, was Max Berger & Co. trotz weniger Proben und viel Bürokratie, zu inszenieren und darzustellen imstande sind. Nein, nicht alles lief rund, aber die Begeisterung beim Schlussapplaus war auch nicht die eines Champagnerpublikums, dass ich auf den Premierensekt freut, sondern kam von Herzen.

Dass den Theaterrebellen so viel Steine in den Weg gelegt wurden, sollte als Ritterschlag zu sehen sein. Man erinnert sich an die scharfen Worte mit denen Thomas Bernhard und selbst Ludwig Thoma das spiesbürgerliche damalige Traunstein bedacht hat. Die Stadt hatte lange gebraucht, bis eine Generation kam, die die Bedeutung Thomas Bernhards verstand. Jetzt ist die nächste Generation dran, frischen Wind in die Kulturszene der Bierstadt zu bringen. Zu wünschen ist trotzdem, dass es so kommt, wie es sich Max Berger gewünscht hat: Dass die Traunsteiner Theaterszene sich nichts gegenseitig wegnimmt, sondern gemeinsam die Region bereichert.

Link  zum Chiemgau Theater: http://www.chiemgautheater.de/

Montag, 19. Oktober 2015

Wo sind die Blogger im Chiemgau?

Gibt es in Traunstein und Umgebung  noch andere gute Blogs?

Kitschig schöner Chiemgau = Bloggerwüste?
Liebe Chiemgau Blogger, wo seid Ihr? Diese Frage habe ich mir nach gut eineinhalb Jahren Bloggen und über zehntausend Klicks ein erstes Mal gestellt. Es kann doch nicht sein, dass ich der einzige Mensch in der landschaftlich so schönen Twitterwüste Chiemgauer Voralpenland bin!
Nach einiger Recherche muss ich ernüchtert feststellen: Zieht man die Bergsteiger- und Tourismusblogs und die drei Blogs (Drucktuns, Elterntagebuch, Autorenwort), an denen ich offensichtlich ebenfalls mitwirke ab, bleibt nicht viel übrig. Die Chiemgau-Blogger sind anscheinend alle nach München, Wien oder Berlin umgezogen. Ich halte tapfer die Stellung.
Klickt trotzdem mal rein bei:

Blog über die sehr innovative Regionalwährung "Chiemgauer" und über aktuelle politische Themen

"Regionales, Kritisches, Geschichtliches, Persönliches, Nachdenkliches, Skeptisches, Satirisches, Kurioses und Aktuelles über den Chiemgau, die Landkreise Rosenheim, Traunstein, dem  Berchtesgadener Land bis nach Salzburg."

Hier bloggt das Chiemgauer Unternehmen "Bayern hoch Sechs" über Aktuelles aus Wirtschaft und Kultur

Wars das schon?
Wenn Ihr einen interessanten Blog wisst, oder sogar betreibt, macht's mal Werbung und postet unten den Link!

Endlich gefunden: Die Chiemgaublogger!

Zwei Jahre später haben sie sich endlich gemeldet, die Blogger aus dem Chiemgau: Stefanie Dehler hat eine kleine aber feine Runde von Bloggern aus dem Chiemgau zusammengestellt: 
Die komplette Übersicht der Chiemgauer Blogger findet Ihr hier: http://zeitfueroptimisten.de/blogs-bloggerinnen-blogger-im-chiemgau/

Donnerstag, 2. Juli 2015

Wer zum Teufel ist Ronja von Rönne?

Wer zum Teufel ist Ronja von Rönne?


Flucht aus dem Chiemgau, zu viel gefeiert, die richtigen
Leute kennengelernt. Wie man als Autor berühmt wird.
Und wie nicht.
Ich weiß nichts über Ronja von Rönne. Außer das, was diese Woche im Spiegel stand. Ich habe sie nicht gegoogelt. Noch nicht. Ich habe nie zuvor etwas von ihr gehört. Jetzt völlig unverständlich. Dann dieser Artikel. Das Foto, das Wort Schriftsteller. Das Alter. Deswegen wurde ich auf diese Doppelseite aufmerksam. Klar, gutes Aussehen und junge Schriftstellerin, das zieht bei mir immer. Obwohl die Hegemann ja nur zweiteres bediente. Schmollmund hat schon was. Trotzdem interessiere ich mich nur für das, was sie schreibt und bin neidisch. Und dann lese ich Chiemgau und flippe völlig aus. Pfeffere die Zeitung in die Ecke, bin froh, nicht die Onlineausgabe gelesen zu haben.
Diese scheißinteressante Literaturhypefrau ist gar keine Berlin-Mitterin, sondern kommt aus dem verfickten Chiemgau. So wie ich. Ist 23 Jahre jung. So wie ich. Vor zehn Jahren.
Und ich schreie und beschimpfe sämtliche Leute, die mir in die Quere kommen, dass es diese blöde Ronja von Rönne gibt, und dass ich nicht sie bin und, noch schlimmer, dass ich ihr nie begegnet bin. Nichts von ihr und ihrem "windschiefen Haus im Chiemgau" wusste.
Ich weiß nichts über sie. Und trotzdem will ich sie sein, will ich, dass sie mich kennt. War ich nicht auch einmal der gefühlt aufregendste Jungautor im Chiemgau? Da es diese Kategorie nie gab und nie geben wird: Definitiv NEIN!
Ich lese den Artikel und bereue. Ich hätte mit 23 auch nach Berlin gehen sollen, auf einer Party zu viel trinken, mit den richtigen Leuten reden und einer Lektorin um den Hals fallen sollen. Dann hätte ich ein paar Wochen später einen Buchvertrag und eine Redakteursstelle gehabt, gut, wohl eher nicht bei der Welt, aber mindestens bei der Zeit oder so.
Ich weiß nichts über diese Ronja von Rönne. Meine Kampfklasse war eher Ronja Schratzenstaller, aber auch mit Montessori-Hintergrund. Wer, zum Teufel, ist Ronja von Rönne und warum macht es mich so irre, dass es sie gibt? Vielleicht, weil junge Schriftsteller mit einem einzigartigen Schreibsound in mir seit jeher eine unbändige Sehnsucht und eine niederschmetternde Reflexion meiner selbst auslösen. Besonders, wenn sie aus dem Chiemgau sind. Man sollte sie zum Stammtisch der Chiemgau-Autoren einladen. Meiner neuen Welt.
Einer Welt, die ich mit 23 noch in Grund und Boden verrissen hätte. Eine Welt, die sowas von weit entfernt ist von der, die ich mit 23 erobern wollte.

Zu spät. Ich bleibe ein nicht mehr ganz so junger Chiemgau-Autor. Sie macht halb Berlin-Mitte verrückt. Machs gut, Ronja von Rönne. Machs besser als ich!