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Dienstag, 26. Dezember 2017

Der Jahresrückblick 2017

Die Highlights 2017 auf Chiemgauseiten und Lesenszeichen

Der Stift den ich im Büro geklaut habe,
den mir dann Takis Würger geklaut hat
Vom Geisterexperten im Radio bis zum Szenekneipenflaneur in Berlin - mein traditioneller Rechenschaftsbericht an meine Leser: 
Anfang des Jahres ging es recht beschaulich los. Es gab kein Buch zu promoten oder fertigzustellen. Dennoch fuhr ich wieder nach Leipzig zur Buchmesse. Und hatte diesmal meine Kinder dabei. Ein Riesenspass, sag ich Euch! Und wer mich kennt der spürt die Ironie zwischen den Lettern vibrieren. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass meine Kinder Martin Suter nicht mögen und Takis Würger, der Autor des fantastischen Romans "Der Club" ein super Kerl ist. Und unter Tausenden Messebesucher ausgerechnet meinem Literatur-Lehrmeister Arwed Vogel über den Weg zu laufen war natürlich das größte Highlight.
Da 2017 ein herrlich ambitionsloses Autorenjahr war, freute ich mich über Spontantreffen wie mit Fabian Bader in Würzburg beim Brückenschoppen und möchte an die bald legendäre Schreibbohéme erinnern, die auf Leser und Bohemien wartet. 
Carlos Ruiz Zafon schreibt nicht nur viele Bücher,
er unterschreibt sie auch noch alle.
Im Frühjahr standen Lesungen der Autorenkollegen im Mittelpunkt. In München lauschte ich Carlos Ruiz Zafon und Karl Ove Knausgard beim Vortrag aus ihren Werken. 
Erst im Sommer ging es wieder Schlag auf Schlag. Erst fand die Schreibwerkstatt auf der Rabenmoosalm statt. Dort dozierte ich über Allegorien in Thomas Manns Tod in Venedig. Wer sich danach nicht verzweifelt die Felsen hinunterstürzte, konnte noch den ungemein inspirierenden Austausch am Lagerfeuer mit den Autorenkollegen Meike K. Fehrmann, Michael Inneberger, Martin Trautwein und Armena Kühne genießen. Die Schreibalm war erneut eines der Jahreshighlights. Die darauf folgende Lesung im Nuts "Wie Literatur entsteht" war ebenfalls episch. Jedenfalls von der Länge her. Meinem bis dato mitreissendsten Bühnenvortrag hörten ganze 8 Gäste und eine Handvoll Chiemgau-Autoren zu. So bleiben die Chiemgauer Kulturtage vor allem für eine spannende Podiumsdiskussion in Erinnerung. Ach ja, in der Theaterstrickerei wurde Ronja von Rönnes Theaterstück aufgeführt und der Star war persönlich zugegen und las launisch und lustig aus ihrem Buch "Heute ist leider schlecht - Beschwerden ans Leben".
Meine einzige Solo-Lesung gab ich in Ingemar Maiers Kleidungsladen. Die dargebotenen Kapitel aus "Sterne sieht man nur bei Nacht" und aus dem Elterntagebuch wurden live auf Radio-Festung übertragen. Allerdings nicht in die Festung. Denn Udo schaltete das Gelaber kurzerhand ab. Anschließend gab es noch eine im Netz ausgetragene Debatte, ob dieser Bernhard Straßer tatsächlich der zweitbeste Schriftsteller Traunsteins sei. Zu meiner Enttäuschung ging die Debatte nicht darüber, ob er gar Traunsteins bester sei...
Überschattet war das Jahr aber von einer handfesten Schreibkrise, ausgelöst von den Kollegen der Schreibboheme. Allen voran Matthias Tonon, der wieder sagenhafte Texte vorlegte und folglich die Shortlist-Ränge bei Wortlaut und Open Mike besetzte. 
Den Medien war es Wurscht. An Halloween fragte Antenne Bayern an, ob sie mich über den Finstermann interviewen dürften. Ja mei, es gibt andere Themen zu denen ich lieber Stellung bezogen hätte, aber was soll man machen? Antenne Bayern ruft halt nicht jeden Tag an. So wurde ich Radiostar und Geisterexperte für einen Tag. Mein Kollege der an dem Tag zu Hause tapezierte, erzählte leicht genervt: "Bernie, ich hab dich sechs Mal im Radio gehört!" 
So ging es auch weiter als Andreas Auer vom Ladenbergen bei Achim Bogdahns "1 zu 1 Der Talk" eingeladen wurde. Da meinte ich, mich verhört zu haben, als sie plötzlich über den Popliteratur Autor Bernhard Straßer sprachen! 
Und dann wurden noch die großen Projekte 2018 vorbereitet: Eine Leseweisung bei der straffällige Jugendliche zusammen mit Meike K. Fehrmann und mir das Buch "Auerhaus" lesen. Wäre das Projekt nicht schon aufregend genug, meldet sich auf einmal Bov Bjerg, der Autor des tollen Romanes und bietet seine Unterstützung an. Eine Woche später kommt ein Paket vom Aufbau Verlag samt mehreren Exemplaren vom Auerhaus.
Da waren es schon 3
Gegen Ende des Jahres wurde letztendlich Buch Nummer drei veröffentlicht: Das Elterntagebuch - Die ersten Jahre! Erhältlich ab sofort auf Amazon und bei mir.
Im November durfte ich endlich die #chiemgaublogger kennenlernen. Ja, es gibt sie wirklich, die Blogger im Chiemgau!
Nicht zu vergessen ein verrauchter Abend in einer Berliner Kneipe. Ich meine mich zu entsinnen mit Tilman Rammstedt diskutiert zu haben. Dann war da noch ein Selfie mit Ronja von Rönne das wir Cornelius Reiber geschickt haben. Gibt es das Foto noch? War ich wirklich dabei? Falls ja, schickt es mir bitte! Ich weiß, Ihr lest das!
Aber sonst? Sonst war es 2017 ganz schön langweilig. 

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Der große Jahresrückblick: Das war 2016 in den Lesenszeichen

Begegnung mit dem
Hochrisiko-Autor
Natürlich war das Jahr 2016 das beschissenste Jahr aller Zeiten, da herrscht Konsens. Weggestorbene Musik-Idole, Brexit, Trump und dann auch noch die Lombardis - frage nicht nach Sonnenschein! 
Auch mein persönliches 2016 war, vor allem in der ersten Hälfte, unterirdisch. Und dennoch, verkürze ich 2016 nur auf meine Arbeit als Autor, war es eines der besten. Ach was, es war DAS beste Jahr!
Während ich den Winter mit der Überarbeitung der "Sterne" verbrachte, begann der Frühling gleich mit einem Kracher. Auf der Buchmesse in Leipzig sah ich Juli Zeh und Bov Bjerg, ratschte mit Thomas Glavinic und Abbas Khider und durfte Ronja von Rönne kennenlernen. Von den Verlagen biss keiner an. Auch nicht der Aufbauverlag. Schönen Gruß an dieser Stelle an Tom Müller. 
Also machte ich es selber.  "Sterne sieht man nur bei Nacht" erschien im Mai. 
Die Kleinstadtrebellen an der Kalscheuer-Schule
Davor machten aber völlig überraschend die Kleinstadtrebellen nochmal Radau: Als offizielle Schullektüre in der Fachschule für Hotel und Tourismus der Kalscheuer-Schule in Traunstein musste sich eine gesamte bemitleidenswerte Klasse mit dem Träumerle Peter Schäfer und seinen wilden Rebellen auseinandersetzen. Die Klasse lud mich sogar in die Schule ein, wo wir lange darüber diskutierten, ob Elfriede das Huhn wirklich ihren Tod auf der Reeperbahn fand. 
Die Sterne im LadenBergen
Die offizielle Buchpräsentation von "Sterne sieht man nur bei Nacht" fand im LadenBergen statt. Mehrere Zeitungen und das Magazin "Hallo Nachbar" berichteten über das Buch. 
Dazwischen waren meine Familie und ich wieder mit Arwed und den Wildschweinen in Barliano wo gemeinsam geschrieben und diskutiert wurde. 
Ronja von Rönnes Gartenlesung
Als nächstes Highlight lud Familie von Rönne zur Gartenlesung ihrer Tochter nach Grassau ein. Bei Lagerfeuer und Wein gab es "Wir kommen" und einige Auszüge aus dem Sudelheft in familiärer Atmosphäre. Ganz klar meine Lieblingslesung 2016!
Im Juni war ich auch während der Chiemgauer Kulturtage engagiert wie nie: Ich durfte beim 1. Chiemgauer Literaturfestival mitlesen. Und wenige Tage später war ich mit Bürgermeister Kegel, Silke Aichhorn, Andi Auer und Helmut Mühlbacher einer der Diskutanten über die Kulturszene Traunstein. 
Nach Lesungen im Kunstatelier und in der Arbeitsagentur folgte die wunderbare Schreibwerkstatt auf der Rabenmoosalm. Trotz der vielen Highlights drei der schönsten Tage. 
Literaturfestival mit Anna-Sophie Schneider
Danach wurde es wieder ruhig, da ich aus familiären Gründen einige Ämter und Verpflichtungen beenden musste. Erst im Herbst ging es wieder Schlag auf Schlag: Die große "Lesung Dahoam" in Kirchanschöring. Volles Haus und eine Laudatio von Bürgermeister. Was will man mehr? Auch der Kindergarten Lauter machte kräftig Werbung für mein Buch und organisierte eine superlustige Lesung, auf der natürlich auch das Elterntagebuch nicht zu kurz kam. 
Parallel wurde der Samen zu einem kleinen Pflänzlein gesät, das vielleicht im kommenden Jahr aufgehen könnte: Die Gründung der Schreibbohéme. Ein Blog einiger interessanter Jung-Autoren, die mit
Die Lesung in der Bücherei Kirchanschöring
mir die Begeisterung für Literatur teilen. 
Das beste kommt zum Schluss: Seit Jahren träumte ich davon, einmal für das wunderbare Muh-Magazin schreiben zu dürfen. In der Winterausgabe 2016 war es soweit: Unter einem Artikel über den LadenBergen stand mein Name. 
Da aber 2016 ein hinterfotziges Jahr ist - und noch immer nicht vorbei - halte ich mich mit einem Fazit zurück. Vielleicht entdecken die Lovelybooks-Rezensenten noch die Sterne und 2016 wäre dann auch literarisch ein Disaster. Hoffen wir das beste!
Und zum Schluss noch ein Bild der witzigsten Lesung
im Kindergarten Lauter

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Das war 2015 auf Lesenszeichen und den Chiemgauseiten

Der große Jahresrückblick 2015

2015. Was für ein Jahr. Es begann für mich mit unserem kleinen (Fast) Christkindl, der die ersten Wochen des Jahres brüllend prägte. Wie viel hätte es im Elterntagebuch zu erzählen gegeben, wenn mich der Kleine doch hätte schreiben lassen.
Trotz Zusatzbelastung als Neu-Papa wurde ich im Februar gezwungen, ein Teilzeit-Immobilienmakler zu sein. Was einen faszinierenden Nebeneffekt hatte: Während der Zeit, als ich meine Wohnung im überhitzten Traunsteiner Immobilienmarkt ausgeschrieben hatte, bekam ich auf den Chiemgauseiten unerhörte Klickzahlen. Und um ein Haar wäre ich durch den Wohnungsverkauf als Autor reich und berühmt geworden : )

Der Wirtshausliterat

Mit Bumillo beim Lesefest in Bergen
Ebenfalls im Februar hatte ich als damals noch einheimischer Surberger meinen ersten großen Auftritt als Wirtshausliterat im Wirtshaus Lauter. Am ruasigen Freitag wurde beim "Vorglesn und Aufgspeit" viel vorgelesen und wenig gebrochen. Wobei ich auf der lustigen Faschingsveranstaltung die Surberger Prominenz nicht wenig mit meiner bewegenden Waginger-See Tragödie von der Maria Bruckmüller schockierte. 
Meinen zweiten großen Auftritt 2015 hatte ich in der Grundschule Bergen. Neben niemand Geringerem als der Poetry-Slam Legende Bumillo durfte ich vor Schülern lesen. Da ich merkte, dass das Elterntagebuch vor Grundschüler im literarischen Sinne nicht funktioniert, wurde schnell eine poetryslammige Wirtshaus-Version meiner ersten drei Wochen als Vater improvisiert.

Die Chiemgau Autoren e.V.

Chiemgau Autor und Wiener Rockstar (v.r.)
Im März fanden sich im Chiemgau-Gymnasium eine handvoll Chiemgauer Schriftsteller zusammen, die sich als Verein organisieren wollten. Es entstanden die Chiemgau Autoren e.V. mit mir als Beisitzer. Als losen Stammtisch unter der Leitung von Michi Inneberger gab es uns schon seit vielen, vielen Jahren. Mit der Gründung kamen neue interessante Autoren wie Meike K. Fehrmann dazu.
Neben der hochgeistigen Vereinsmeierei war ich einige Monate lang wieder ein fanatischer Fan einer Wiener Band. Wanda begleitete ich auf einige Konzerte und zu guter Letzt durfte ich beim Heimspiel in Kirchanschöring beim "Im Grünen Festival" Marco Michael Wanda die Hand schütteln.

Die Chiemgauer Kulturtage 2015

Lizzy die Literaturzeitung
Mein größtes Projekt hatte ich auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Kulturtage.
Zusammen mit der FOS/BOS organisierte ich bereits seit Monaten eine Literaturzeitung und eine Lesung im Studio 16. Mit tatkräftiger Unterstützung meiner neuen Vereinskolleg/innen der Chiemgau Autoren konnte ich mir einen lang gehegten Traum erfüllen: Eine kleine Literaturzeitung, in der nicht nur einige bekannte Chiemgauer Autoren Texte veröffentlichten, sondern auch die jungen, wilden, talentierten Autoren des Chiemgaus. So sind in der Lizzy neben meiner Wenigkeit auch Matthias Tonon und Ralf Enzensberger zu lesen.
Beim "Text und Ton" - Abend standen schließlich im vollbesetzten Studio 16 6 Autoren und drei Bands auf der Bühne.
Durch die Suche nach jungen Chiemgauer Autoren stieß ich auch auf die inzwischen in Berlin lebende Ronja von Rönne. Ihr Buch wird im März 2016 erscheinen und dann kehrt sie hoffentlich auch auf eine Lesung in den Chiemgau zurück.

Sterne sieht man nur bei Nacht

Nach all den Eltern- Vereins- und Organisationsstress wurde es in der zweiten Jahreshälfte etwas ruhiger und ich konnte mich endlich auf die Fertigstellung meines neuen Romans konzentrieren. Der Romantitel wurde endgültig umgeworfen und ich entschloss mich, ihn "Sterne sieht man nur bei Nacht" zu nennen. Nachdem die letzten Kapitel fertig überarbeitet wurden, übergab ich das Manuskript meiner Lektorin Rebel, die seither das vier Zentimeter dicke Ding für mich noch einmal durchackert. 
Und unter diesem Stern / diesen Sternen wird auch das Jahr 2016 stehen. Ich hoffe, dass ich Euch bis Frühjahr das Buch präsentieren kann!

Ein gutes neues Jahr 2016 wünscht Euch

Bernhard Straßer