Donnerstag, 11. August 2016

Das Wolfgang Herrndorf – Universum

Die Rätsel in Wolfgang Herrndorfs Werk


Keine fünf Jahre hat es gedauert bis „Tschick“, wie von Kathrin Passig in einem Interview mit Wolfgang Herrndorf scherzhaft prophezeite, tatsächlich ein Schullektüren-Klassiker in deutschen Klassenzimmern geworden ist. Wolfgang Herrndorf ist nicht nur durch seinen frühen Tod 2013 zu einer legendären Figur der zeitgenössischen deutschen Literatur geworden.
Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die erste Biografie von Wolfgang Herrndorf erscheinen wird, zu bedeutend ist sein (Nach)Wirken auf die Literaturszene, auf die Zigtausenden Schüler, die seitdem gezwungen werden, sich nicht nur mit Autoren beschäftigen, die „hießen Goethe, Schiller, einer hieß Celan und einer Bachmann“ (Tschick- Outtakes), sondern auch mit einem, mit dem Namen „Herrndorf“
Ganz stimmt es nicht, dass es noch keine Biografie gibt: Herrndorf selbst hat mit seinem bewegenden Blog „Arbeit und Struktur“, das es auch als Buch gibt, dafür gesorgt, dass der Nachwelt jene biografischen Daten die er preisgeben wollte, erhalten geblieben ist. Vieles hat er vernichtet, allen voran seine Gemälde, Comics, Tagebücher, die unvollendeten Texte (auch ein begonnener Science Fiction Roman scheint zerstört worden zu sein). Für die nicht wenigen Literaturenthusiasten und Fans dieses Autors ein schmerzhafter Verlust. Für den Autor, der stets verfügt hat, „keine Germanistenscheiße“ in seine Werke hineininterpretieren zu lassen, nur konsequent.
Um den Autor und seine faszinierende Welt ein wenig besser zu verstehen, hat man immerhin das Internet zur Verfügung: Die wenigen Interviews und Texte seiner Freunde Passig, Holm Friebe, die Einträge in „Arbeit und Struktur“, die Sekundärliteratur befreundeter Autoren aus dem Umfeld der „Zentralen Intelligenz Agentur“ und den „Freundlichen Papparazzo“ helfen dabei, Mosaikstein auf Mosaikstein der Berliner Literaturszene der Nuller und beginnenden Zehnerjahre zusammenzusetzen.
In diesem Blog werde ich die kommende Zeit versuchen, alle Fakten und Fiktionen aus „Arbeit und Struktur“, Herrndorfs Bücher zusammenzutragen. Gerne dürft Ihr mir dabei helfen.
Ich beginne mit der Biografie von Wolfgang Herrndorf in die ich einige bisher wenig bekannte Ereignisse eingefügt habe:

Der Lebenslauf von Wolfgang Herrndorf


Geboren am 12. Juni 1965 in Hamburg

Aufgewachsen in Norderstedt

Besuch des Coppernicus-Gymnasiums

Zivildienst in einer Pfarrei

1986 halbes Jahr Praktikum Druckerei Wulf Offset

Achtziger Jahre: Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Hamburg
Karikaturist für Titanic

1995 lernt er Holm Friebe kennen. Auf einer Party von Holm Friebe schließlich Kathrin Passig mit der einige Zeit zusammen ist. Sie übt einen großen Einfluss auf ihn als Autor aus.

Arbeit bei den „Höflichen Paparazzi“, einem Internetforum

2002 erscheint „In Plüschgewittern“

2004 Publikumspreis beim „Bachmannpreis“ in Klagenfurt

2007 "Diesseits des Van-Allen-Gürtels" 

2010 Im Februar Diagnose: Glioblastom (Gehirntumor) Beginn am Blog "Arbeit und Struktur"

2010 "Tschick"

2011 "Sand"

2013 26. August. Herrndorf kommt seinem Krebstod zuvor und bleibt „Herr im Haus“. Tod am Hohenzollernkanal.

2013 Post mortem: „Arbeit und Struktur“

2014 Post mortem: „Bilder deiner großen Liebe“ – Im Blog auch als „Isa“ betitelt.


Hier geht es weiter zu

Wolfgang Herrndorfs Netzwerk / Freundeskreis

Die Bücher die Herrndorf in Arbeit und Struktur erwähnt

Vom Maler zum Schriftsteller



PS:
Wer mich unterstützen möchte, darf mir gerne weitere Eckdaten nennen. Danke!

1 Kommentar:

  1. Weiss jemand etwas über die Zeit Wolfgang Herrndorfs in Nürnberg? Wo eregewohnt hat zum Beispiel.

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