Sonntag, 23. Juli 2017

Mit den Chiemgau Autoren auf der Rabenmoosalm

Sterne sieht man Nachts in der Stadt kaum mehr.
Außer man ist auf einer Alm!
Auf der Rabenmoosalm mit meinen Autorenkollegen Meike K. Fehrmann, Michael Inneberger, Armena Kühne, Monika Klinkenberg-Weigel und - dieses Jahr neu: Martin Trautwein. Vier Tage Schreibwerkstatt in den Bergen. Vier Tage zwischen Genie und Wahnsinn. Mit anderen Worten: Inspirierend und anregend wie schon im letzten Jahr!
Die Schreibwerkstatt der Chiemgau Autoren auf der Rabenmoosalm war letztes Jahr eine Entdeckung. Vier Tage auf einer Alm, ohne Internet und Handynetz inklusive inspirierende Zeit zum Schreiben und regen Austausch mit anderen Autoren. Die ersten werten Leser werden nun die Stirn runzeln: Eine Gruppe verkopfter Schriftsteller fünf Tage allein auf einer Alm? Wie funktioniert das? Werden die nicht verhungern? Glücklicherweise handelt es sich bei der Schreibalm um keine Hochalm. Es gibt Strom und fließend Wasser und die Autoren sind auch nicht darauf angewiesen, die Almkühe zu melken, um das täglich Überleben zu sichern. So viel Komfort bietet die Rabenmoosalm dann doch. 
Anders als im Artikel suggeriert wirkten diese
wandernden Autoren äußerst zielstrebig
Dennoch gab es auch dieses Jahr so manch Situationen in denen der uneingeweihte Wanderer sich fragte, was denn am Fuße des Zinnkopfs an diesem Wochenende wohl Verrücktes los ist. So wurde ein älterer Herr gesichtet, der durch die Wälder wanderte, nichts bei sich tragend außer einer Aktentasche, einem Regenschirm und einer Packung Windeln. Angesprochen, ob bei dem armen Mann alles in Ordnung sei, hätte dieser nur antworten müssen: "Ich bin einer der Chiemgau-Autoren." Es hätte nur ein erleuchtendes Nicken gegeben: "Ah!" 
Andere Wanderer sichteten eine Familie sich keine zehn Meter parallel des Weges durch das Dickicht des Fichtenwaldes kämpfen. "Wo ist denn der Zinnkopf?", rief der Familienvater verzweifelt. "Der ist ganz woanders. Wer seid ihr denn?" "Wir sind die Chiemgau-Autoren!" 

"Aah", machte der Mann und ließ die seltsame Familie weiter durchs Dickicht irren.
Ein anderer Mountainbiker berichtete, dass er an der Rabenmoosalm ein zweijähriges Kind mutterseelenallein am Lagerfeuer sitzen sah. Neben ihm ein scharfes Messer und eine Bierflasche. Erst wollte er das Jugendamt rufen. Dann sah er, dass dort eine Schreibwerkstatt stattfand. Der Chiemgau-Autoren. "Aaah!", machte er und fuhr weiter.
Auch unten im Tal in Ruhpolding wurde im Edeka erzählt, dass eine Gruppe für die Rabenmoosalm gerade massenweise Gurken, Joghurt und Apfelmus eingekauft hatte und die Küchenrolle an der Kasse liegengelassen hatte. "Was waren denn das für Vögel?" "Das waren die Chiemgau-Autoren." "Aaaah", machte die Kassiererin.
Aber auf der Rabenmoosalm passierte noch viel mehr: Es wurde wieder an Texten gearbeitet - über Intrigen auf einer polnischen Burg im 11. Jahrhundert, die Wahrheit über die Geburt von Christoph Kolumbus oder einen nach ruß riechenden Geist, der wiederum auf einer Schreibwerkstatt in der Toskana erscheint. Es gab Werkstattunterricht zu den Themen "Natur in der Literatur", "Metaphorik und Symbole in Thomas Manns Tod in Venedig" und "Darstellung von Massenszenen in der Literatur". 
Dass Literatur auch entsteht, wenn man Spaß hat, welche Rolle Natur dabei spielt und wie sich Geschichten weiter entwickeln, darüber werden die Autoren am kommenden Donnerstag, den 27. Juli im Nuts in Traunstein berichten. Dort lesen sie ihre Texte vor, an denen sie auf der Rabenmoosalm gearbeitet haben. Und ich bin auch dabei.


Die Rabenmoosalm im Elterntagebuch: Hier klicken


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